Reckless Manslaughter

Dann schick ich mal wieder Grüße in den Pott, dieses Mal aber an die klassische Death Metal Band “Reckless Manslaughter”.

Für diejenigen die euch seit 2008 noch nicht kennengelernt haben sollten, wer seid ihr?

Leimy:

Einmal im Schnelldurchlauf: “Reckless Manslaughter” sind Sebi an der Gitarre, Micha aka Pneumator an den Drums, Chris am Bass, Dennis an der Gitarre und meine Wenigkeit am Mikro. 2008 haben Micha und ich aus einer Bierlaune heraus beschlossen: „Lass uns doch mal eine Death Metal-Band gründen“. Daraufhin haben wir uns im Freundeskreis umgehört, wer noch Bock hätte und so waren Sebi und Chris ebenfalls schnell an Bord. Wir haben schließlich zwei Jahre im Proberaum herumgeschraubt und uns langsam an einen eigenen Sound herangetastet, der anfänglich noch etwas Brutal Death Metal-lastiger war, was 2011 im ersten Album „Storm Of Vengeance“ gipfelte. 2012 beschlossen wir unseren Sound durch einen zweiten Gitarristen aufzupeppen und durch die Empfehlung vom damaligen “Suffocate Bastard”-Gitarristen Othon sind wir dann auf Dennis gestoßen, der früher gemeinsam mit ihm bei “Depravity” musizierte und mal wieder Bock auf schnörkellosen Death Metal hatte. Es harmonierte auf Anhieb prächtig und so schrieben wir innerhalb kürzester Zeit das zweite Album „Blast Into Oblivion“, das von einer etwas klassischeren Death Metal-Ausrichtung geprägt war und zum ersten Mal auch doomige Elemente enthielt. In den folgenden Jahren spielten wir viel live, experimentierten mit unserem Sound, nahmen einige Demos und Splits auf und sind jetzt wieder voll da um euch mit unserem Lärm zu belästigen, hahaha.

 

Eure 3te Scheibe “Caverns of Perdition” (Review gibt es hier), hat ja vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickt. Im Gegensatz zu euren ersten 2 Scheiben “Storm of Vengeance” (2011) und “Blast into Oblivion” (2013) hat “Dan Swanö” diesmal nicht hinter den Reglern Platz genommen. Wie kam es zu dieser Änderung? Am Sound hat sich ja seit eurer ersten Scheibe, bis auf die Drums, auch dieses Mal nicht all zu viel geändert, was auch gut so ist.

Dennis: Die ersten beiden Alben wurden immer häppchenweise abends nach der Arbeit oder an Wochenenden aufgenommen. Diesmal wollten wir etwas Neues ausprobieren und uns komplett zwei Wochen am Stück nur auf das Album konzentrieren. Zum Jörg und “Soundlodge” sind wir auf Grund Empfehlungen befreundeter Bands gekommen. Und natürlich weil wir einige seiner Arbeiten kennen und mögen. Und ich muss sagen, dass die Entscheidung mit ihm zu arbeiten die absolut richtige war! Ein netter und entspannter Kerl der weiß was er an den Reglern tut!

Leimy: Genauso siehts aus. Mit Dan zu arbeiten war schon richtig cool, aber es war doch schon ein ganz anderes Arbeiten wenn man mehrere Tage am Stück konzentriert mit den Aufnahmen beschäftigt ist und man nicht durch andere Dinge abgelenkt wird. Jörg hat auch direkt verstanden welcher Sound zu uns passt und uns allerhand nützlicher Tipps mitgegeben. Wir haben auch erstmalig einen Drumsound auf Konserve, der absolut authentisch klingt.

 

Mir ist da was bei euren Alben aufgefallen, was ich jetzt einfach mal wissen muss. Nennt ihr absichtlich einen Song des jeweiligen Albums wie euer vorheriges Album? Und schreibt ihr bewusst für die Alben auch einen Song mit extremer Überlänge (“Iron Casket” mit 9:24 auf der “Blast into Oblivion” und “Funeralmaster” mit 10:57 auf der “Caverns of Perdition”)? Daran, dass euch sonst nichts einfällt und ihr einfach die Spieldauer der Alben nach oben treiben wollt, liegt es ja hoffentlich nicht.

Dennis: Hahahaha, gut aufgepasst! Ja, es ist tatsächlich so, dass der erste Song eines Albums immer so heißt wie der vorherige Release. Wenn also irgendwann ein Album namens ‘Nuclear Bunker Buster‘ angekündigt wird, weißt du, dass “Reckless Manslaughter” danach Geschichte ist. Dass wir auf „Blast into Oblivion“ und „Caverns of Perdition“ je einen überlangen Song haben ist hingegen Zufall. Im aktuellen Fall mit ‘Funeralmaster‘ hatten wir einfach Bock auf eine Doom-Walze. Wäre der Song z.B. nur 6 Minuten lang geworden, wäre das auch völlig in Ordnung gewesen. Wir setzen uns nicht hin und sagen „Wir schreiben jetzt einen Song der unbedingt die 10 Minuten Marke knacken muss”. ‘Stiffshifter‘ ist ein gutes Gegenbeispiel – in den 2 Minuten ist alles gesagt, da muss man dann nichts künstlich aufblasen oder verlängern.

Leimy: Hehe, ein aufmerksamer Hörer, sehr löblich 😉 Ich stehe drauf so kleine versteckte, wiederkehrende Trademarks einzubauen. So wirst du bei uns auch immer einen Cover-Song einer verblichenen NRWDM-Underground-Band hören. Auch wird jedes Mal mindestens ein Song von einer militärischen Operation handeln und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass beim nächsten Album wieder ein „into“ im Album-Titel ist 😉

 

Vermutlich letzte Frage zum neuen Album: Warum hat es jetzt fast 6 Jahre gedauert? Die 2 Split und Compilation-Beiträge in der Zwischenzeit lass ich jetzt nicht gelten. Das Lineup-Karussell hat euch auch nicht aus der Bahn geworfen, denn das steht erstaunlicherweise bei euch seit 2012 still, falls ich nicht irgendwas verbummelt hab.

Dennis: Nein, du hast nichts verbummelt. Wir sind tatsächlich stabil. Warum das neue Album so lange gedauert hat… tja, irgendwie haben sich verschiedene Verzögerungen einfach aufsummiert. Ein paar nicht beeinflussbare Umstände wie Schichtdienstpläne, Arbeitsunfälle, Fortbildungen, Familienleben etc. haben uns immer wieder bei der Probenhäufigkeit eingebremst. Was wir selber aber beeinflusst haben ist das Songwriting, für das wir uns diesmal bewusst viel Zeit genommen haben. Wir haben etliche Riffs, Melodien und Songstrukturen immer wieder überarbeitet oder auch verworfen, wenn wir gemerkt haben, dass es nicht zündet. Auf „Blast into Oblivion“ hätten wir rückblickend einige Songs knackiger gestalten können.

 

Live macht ihr, wie ich festgestellt habe, euch ja ein wenig rar. Bekommt ihr so wenige Anfragen oder könnt ihr aus privaten Gründen nicht ganz so oft eine Bühne entern? Und wie sieht es damit in Zukunft aus, so mit neuer Scheibe im Gepäck?

Dennis: Die Konzertanfragenquote war eigentlich immer gut, und wird jetzt mit Erscheinen von „Caverns of Perdition“ und den vielen positiven Reviews, sicherlich sogar noch zunehmen. Dann müssen die Konzerttermine „nur noch” an Tagen sein, wo uns kein Schichtplan, Prüfungsstress oder Familienurlaub einen Strich durch die Anfrage macht 😉

 

Da ihr ja, wie viele andere Bands mit denen ich so im Laufe der Zeit zu tun gehabt habe, aus dem Ruhrgebiet kommt, muss ich auch euch natürlich Fragen, wie ihr das “Überangebot” sowohl an Bands wie auch Veranstaltungen bei euch in der Ecke so seht und einschätzt. Gerade in Hinblick darauf, dass andere Ecken Deutschlands gerade zu ausgestorben sind oder in den letzten Zuckungen liegen.

Leimy: Eine gute Frage. Ein Überangebot an Veranstaltungen hat es in jüngerer Vergangenheit durchaus gegeben aber heutzutage ist eher das Gegenteil der Fall, da viele interessante Touren im Death Metal-Bereich das Ruhrgebiet und NRW oftmals großräumig umfahren. Ich denke das ist der Tatsache geschuldet, dass es inzwischen zu wenige Clubs in der Umgebung gibt, die sich für Death Metal öffnen. Und auch daran, dass nur wenige Leute noch den Arsch von der Couch hochkriegen, wenn mal ein Konzert in der Woche stattfindet. Es ist z.B. eine Schande, wenn eine gestanden Band wie “Incantation” vor 50 Nasen auftreten muss (so jüngst geschehen im “AJZ Bahndamm” in Wermelskirchen, als die Amis an einem Mittwoch einen fulminanten Gig hinlegten). Wenn ich zurückdenke, was vor 20 Jahren an einem Dienstag beim “No Mercy-Fest” in der Zeche Carl immer los war ist das schon irgendwie traurig. Aber vielleicht werde ich auch einfach nur alt und verbittert, hahaha.

Auch was Bands angeht ist es im Ruhrgebiet (zumindest im Death Metal-Bereich) eigentlich recht überschaubar. Spontan fallen mir da auch nur unsere Freunde von “Lifeless”, “Sabiendas”, “Suffocate Bastard”, “Orphalis”,  “Mortal’s Path” oder “Ressurected” ein.

 

Ich vermute mal, dass die größten Einflüsse für euch eher im nördlichen Europa der mittleren 90er zu finden sind. Jedenfalls hört es sich für mich so an und sieht auf euren Bandfotos auch so aus.

Dennis: Das sind zwar auch Einflüsse, aber nicht die einzigen. Eigentlich machen wir einfach nur den Death Metal auf den wir gerade Bock haben 😀

Leimy: Echt findest du? Klar es gibt hier und da ein paar schwedisch und vor allem finnisch klingende Passagen, aber der amerikanische Death Metal und auch britische Klänge der Marke “Bolt Thrower” oder “My Dying Bride” waren eigentlich dieses Mal die größten Einflüsse.

 

Mit “F.D.A. Records” habt ihr ja ein Label an Land ziehen können, das zu euch passen sollte, jedenfalls haben sie nicht gerade wenig (OldSchool) Death Metal Bands an der Leine, “Discreation”, “Obscure Infinity”, “Requiem”, Revel in Flesh” uns “Lifeless” um nur mal ein paar davon zu nennen. Wie kam es zu dem Deal und werdet ihr auch in Zukunft mit ihnen zusammen arbeiten, oder nur für dieses Album?

Dennis: Wir haben die üblichen Promopakete an etliche Labels geschickt, u.a. natürlich auch Rico/fda. Er war dann auch einer von mehreren Interessenten für die VÖ. Für ihn entschieden haben wir uns schlussendlich aus mehreren Gründen, wie z.B. Sitz in Deutschland, einen angeschlossenen Vertrieb, rührt die Werbetrommel,… Wenn alles gut läuft und er auch weiter Bock auf neue Releases mit uns hat, bin ich nicht böse wenn wir nicht wieder anfangen müssten uns ein neues Label zu suchen.

 

Damit ich jetzt nicht nur Fragen zur Musik stelle, das tun alle anderen auch. Was macht ihr neben “Reckless Manslaughter”? Also im privaten, Job, was auch immer, insofern ihr es erzählen wollt.

Dennis: Jetzt gerade liege ich z.B. nur faul im Garten – hahahaha. Ansonsten bereise ich gerne die verschiedensten Ecken dieser Welt (weshalb wir auch schon ein paar Konzertanfragen ablehnen mussten) um möglichst viele verschiedene Menschen, Kulturen und Gegenden kennenzulernen. Und ich höre, völlig überraschend, relativ gerne Musik.

Leimy: Ich bin Systemadministrator bei einer Behörde und schreibe nebenbei noch ein wenig für das Printmagazin “Deaf Forever”, wenn es meine Zeit zulässt. Ansonsten reise ich für coole Death Metal-Konzerte oder Festivals auch schon mal um die halbe Welt und investiere jeden Cent und jede Minute Freizeit irgendwie in Death Metal 😉

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):

Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Dennis: Salatkopf

Leimy: Ich bin karnivor durch und durch. Von daher ganz klar: Fuß vom Schwein, am besten nach 8 Stunden im Smoker, hahahaha.

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Dennis: Als Besucher: Kneipengig. Als Musiker: Das große Festival, einfach um es mal erlebt zu haben. Aber auch da sind die Kneipengigs völlig in Ordnung!

Leimy: Ganz klar Kneipengig. Ich fühle mich auf Großveranstaltungen grundsätzlich immer eher unwohl.

 

Metal only oder hört ihr privat auch Anderes?

Dennis: 95% dürfte Metal sein. Hin und wieder auch etwas Blues oder sowas wie Björk.

Leimy: 100% Metal und davon 95% Death Metal 😉

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Dennis: Jack

Leimy: Weder noch, ich bin reiner Biertrinker 😉

 

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Dennis und Leimy unisono:  1!

 

Die Bühne gehört jetzt euch und ihr dürft los werden was ihr wollt und ich noch nicht gefragt habe.

Leimy: Wir werden unser Bestes geben nicht wieder sechs Jahre ins Land ziehen zu lassen für ein weiteres Album. Außerdem werden wir zum Ende des Jahres noch ein Vinyl-Release von „Caverns Of Perdition“ nachlegen. Haltet einfach unsere Homepage www.recklessmanslaughter.com im Auge. Danke an alle, die uns bislang supportet haben, ihr seid die Geilsten!

 

Ich sage mal sehr herzliches Dankeschön für eure Zeit, macht weiter wie bisher (nur mehr davon 😛 ) und ich hoffe, die Fragen waren nicht allzu Merkwürdig, die üblichen Standardfragen soll doch jemand anderes Stellen.

Leimy: Vielen Dank für dieses coole und erfrischend andere Interview!

 

 

Links zur Band:

   

 

 

 

 

Call of Charon

 

 

Auch wenn es euch schon seit 2007 gibt, gibt es doch einige die euch noch nicht kennen, stellt ihr euch denen mal kurz selbst vor?

Patrick: Hi Ingo, also wir sind Call of Charon aus Duisburg und stilistisch im Death Metal / Deathcore Bereich anzusiedeln. Die Band gibt es bereits seit 2007, jedoch haben wir gerade erst unser Debütalbum aufgenommen. Ich bin der Patrick und übernehme bei uns den Gesang. Außer mir gibt es noch Arthur und Tobi an den Gitarren und Christoph an den Drums. Einen festen Bassisten haben wir derzeit nicht, auf Liveshows hilft uns unsere Freundin Michelle aber momentan aus.

 

Veröffentlichungen sind ja bei euch etwas rar (eine EP 2007, 2 Split und eine Single 2017), trotz 12 Jahren Bandbestehen. Zwischen der 2008 erschienen Split “Unholy Alliance” zusammen mit “For Those Unseen” und der 2015er Split “The Takeover” mit Mortal Hatred” klafft zudem noch eine gewaltige Lücke. Was habt ihr in der Zeit getrieben, seid ihr einfach faul was Songwriting angeht, denn Live wart ihr in der Zeit ja noch relativ aktiv? Und warum kommt erst 2019 das erste Album? 

Patrick: Da kann ich dir grundsätzlich erstmal nur Recht geben. Wir waren leider schon immer eine Band, die viele Besetzungswechsel mitgemacht hat – das zögert gewisse Dinge dann immer unnötig in die Länge. Als wir die Band gegründet haben, haben wir die ersten beiden Jahre direkt Vollgas gegeben: Veröffentlichung der ersten EP, kurz danach das erste Split Album und dutzende Konzerte – doch Ende 2008 hat sich die Band zerschlagen. Bis 2014 gab es keine neuen Veröffentlichungen und nur sehr sporadische live Auftritte. Das lag vor allem daran, dass sich das Line-Up diverse Male neu finden musste.

Kurz darauf haben sich drei Musiker der Anfangsbesetzung wieder zusammengerauft und die Band „Full Time“ zurück gebracht: Mit neuem Label, neuer Split und vor allem deutlich mehr Konzertterminen. Von da an ging es dann auch eigentlich so richtig los. Wir haben in den vergangen drei Jahren mehr als 70 Konzerte gespielt und unsere alten Songs neu abgemischt wiederveröffentlicht. Im Hintergrund haben wir fleißig Material für unser lang geplantes erstes Full-Lenght zusammengestellt. Ende 2017 haben wir dann den ersten neuen Track veröffentlicht und uns dann im vergangen Jahr im Tonstudio eingenistet um das Album aufzunehmen.

 

Was eure aktuelle Single “Antigone´s Farewell” (2017) angeht hab ich ein paar ganz große Fragezeichen über meinem Kopf schweben. Ich hab den Song ja jetzt (leider) nur auf Bandcamp angehört, über eure Bandseite dort und über die von “Kernkraftritter Records”. Jetzt aber die Fragen: War euer Basser Robin beim Einspielen des Songs überhaupt anwesend oder hat er vergessen seine Kabel in die richtigen Steckdosen zu stecken? Und warum ist der Sound generell so hoch, blechern und drucklos, vor allem bei den Drums? Außer dem Sound ist der Song klasse, aber der Ton macht für meinen Geschmack doch einiges kaputt. 

Patrick: Empfindest du den Sound tatsächlich als so schlecht? Ich mein, natürlich kann man die Single in keinster Weise mit den Albumaufnahmen vergleichen. Das Ganze war eher als Lebenszeichen bzw. Startschuss gedacht. Wir haben den Song zusammen mit einem Kumpel aufgenommen und waren mit dem Ergebnis aber durchaus zufrieden. Der wenig dominante Bass hat aber tatsächlich nichts damit zu tun, dass wir uns vor kurzem erst von Robin getrennt haben ;-).

Unser neues Album wurde von Zack Ohren gemixt und gemastert – da kann ich dir versprechen, dass zwischen all unseren bisherigen Veröffentlichungen und dem neuen Material wirklich Welten liegen. Zack hat seine talentierten Finger bereits bei “Machine Head” oder auch “All Shall Perish” und “Fallujah” im Spiel gehabt – das wird man auch bei unseren Songs merken. Versprochen!

 

Wenn ich mir so anschaue, wie viele Bands es momentan so auf dem Markt gibt und wie viele Alben monatlich den Markt regelrecht fluten hab ich manchmal den Eindruck, es gibt mindestens gleich viele Bands/Musiker wie Hörer. Wie seht ihr das? Wie soll man als Hörer da noch gescheit Filtern können, alles anhören oder gar kennen kann man gar nicht. Dadurch geht natürlich manchmal so manches eigentlich gute Album oder Band in der Masse unter.

Patrick: Das sehe ich sehr ähnlich. Es gibt bedeutend mehr Bands als noch vor 20 oder auch zehn Jahren. Ich denke, das liegt sicher auch daran, dass es heute einfacher ist Musik aktiv zu machen als noch vor einiger Zeit. Instrumente sind günstiger zu haben, Proben können aufgrund von leistungsstarker Software zuhause abgehalten werden und es findet ein viel besserer und schnellerer Austausch untereinander statt. Grundsätzlich finde ich das aber eine gute Sache. Sind wir doch mal ehrlich: Wirklich gute Bands setzen sich durch und werden ja auch noch von vielen Menschen gehört. Die reine Masse an Bands sorgt ja eigentlich nur für eine gewisse Auslese. Das tolle dabei ist, dass es heute so einfach ist, neue Bands zu entdecken und kennen zu lernen. Allerdings muss man sich darauf natürlich auch einlassen wollen. Ich kaufe beispielsweise auch nach wie vor noch „blind“ neue Alben.

 

Um aber nochmal auf euer kommendes Album zurück zu kommen, da habt ihr euch mit Zack Ohren ja jemanden an Land gezogen, der sein Handwerk an den Reglern extremst gut versteht. Könnt ihr schon was bezüglich Releasetermin, evtl. geplanter Tour oder Einzelgigs 2019 verraten?

Patrick: Leider nein. Das große Geheimnis wird aber bald gelüftet. Die gesamte Produktion hat sich zugegeben auch deutlich länger hingezogen als ursprünglich geplant. Unser Studioaufenthalt hat sich um gut zwei Monate verlängert, dann hat Zack länger als geplant für den Mix gebraucht, da er zwischenzeitlich mit “Machine Head” die neuen Studio Videos gemacht hat und zu guter Letzt haben wir uns auch bewusst etwas Zeit dabei gelassen abzuwägen, wer aus unserer Sicht denn der beste Partner ist, um das Album zu veröffentlichen. Wir haben immer gesagt: Wenn wir ein Album machen – dann richtig. Und das haben wir konsequent durchgezogen. Angefangen von wirklich absoluter Detailverliebtheit bei den Aufnahmen, über die Erstellung des Artworks bis hin zum Release an sich. Dafür können wir aber stolz und selbstbewusst sagen, das dass Album ganz genauso geworden ist, wie wir es uns von Anfang an gewünscht haben und auch genauso veröffentlicht werden wird!

 

Was treibt ihr neben der Band noch so, Nebenprojekte, Job, privat?

Patrick: Da sind wir eher unauffällig unterwegs. Wir sind alle berufstätig – in den völlig verschiedensten Bereichen – vom Sparkassenberater bis zum Vermessungstechniker. Wenn wir ausnahmsweise mal nicht mit der Band unterwegs sind, bekommen wir unsere Köpfe vor der Konsole, bei der Fotografie oder auch beim Zeichnen frei. Wir versuchen unseren Partnerinnen nebenbei noch die Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, die sie verdienen und bedanken uns an der Stelle ganz herzlich bei unseren Liebsten, dass sie so viel Verständnis für uns haben und das alles schon so lange mit uns mitmachen <3

 

Welche Bands haben euch denn so als Band aber auch privat am meisten beeinflusst?

Patrick: Die Frage ist gar nicht mal so leicht zu beantworten, da wir durchaus unterschiedliche Hörgewohnheiten haben. Es gibt aber natürlich schon ein paar Bands, bei denen wir alle eine ähnliche Begeisterung haben. Da fallen mir direkt “The Black Dahlia Murder”, “Thy Art is Murder” oder “Within Destruction” ein. Modern angehauchter Death Metal bzw. Deathcore ist schon ein Genre, auf das wir uns alle schnell einigen können. Vor allem die Älteren bei uns sind auch noch durch den klassischen Metalcore der Anfangszeiten geprägt, der ja auch immer gerne mal nach Schweden geschielt hat ;-).

 

Du (Patrick) und auch euer (Ex-)Basser Robin waren ja auch zwischenzeitlich bei “Bleeding Heaven” aktiv (wie man hier nachlesen kann). Hört sich für mich so an, als gab es da damals ein paar Probleme künstlerischer Art was die Ausrichtung der Band “Bleeding Heaven” angeht. Oder woran hat es gelegen, dass ihr wieder zurück zu “Call of Charon” gewechselt seid und “Bleeding Heaven” verlassen habt?

Patrick: Wir waren beide circa vier Jahre bei Bleeding Heaven und haben mit Marc, Andre und Heinz die Band quasi „aufgebaut“. Anfangs war die musikalische Ausrichtung schon noch sehr Deathcore lastig, das hat sich im Laufe der Jahre geändert, als mehr und mehr klassische Death Metal und auch Slam Einflüsse dazu gekommen sind. Als es Ende 2013 dann noch persönliche Differenzen untereinander gab, haben wir uns entscheiden, die Band zu verlassen. Das passierte alles in der Zeit, in welcher “Call of Charon” relativ inaktiv waren.

Mittlerweile besteht aber ein sehr gutes Verhältnis zwischen beiden Bands. Auf der zehnjährigen “Bleeding Heaven” Jubiläums-Show hatten die Jungs mich eingeladen, um einen alten Song mitzusingen, das war klasse. Wir planen für die nächste Zeit auch das erste Mal ein gemeinsames Konzert zu organisieren. Dafür wird es definitiv endlich mal Zeit!

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):
Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Patrick: Vegetarier gibt es bei uns nicht, aber ein Schweinsfuß muss es – zumindest bei mir – dann eher nicht sein. Ich nehme hier tatsächlich den Salat!

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Patrick: Da würden wir wohl das Festival bevorzugen, einfach weil wir uns auf einer großen Bühne besser austoben können. Meist sind die Abläufe bei Festivals auch professioneller und besser getaktet, dadurch kann man sich mehr auf die eigentliche Show konzentrieren.

 

Metal/XCore only oder hört ihr privat auch Anderes (Blasphemie!!!)? 

Patrick: Auf jeden Fall wird auch viel Anderes gehört. Vor allem Rap & HipHop findet eigentlich bei jedem von uns regelmäßig seinen Weg in die persönlichen Playlisten.

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Patrick: Die meisten von uns würden da wohl den Jack bevorzugen ;-).

 

Live zu spielen ist für uns,
1. einfach geil und machen wir so oft es geht
2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
4. Stress pur

Patrick: Eine fette EINS! Das ist der Hauptgrund warum wir das alles machen.

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen. 

Patrick: Wir haben uns in den letzten Monaten weit aus dem Fenster gelehnt und lange und immer wieder unser Album angekündigt bzw. gehyped. Habt noch etwas Geduld, es wird sich wirklich lohnen. Das Album ist fertig, das Drumherum wie Artwork und Videos ebenfalls – wir warten nur noch auf den Startschuss unserer neuen Plattenfirma, das wir das Biest endlich von der Leine lassen können!

Kommt gerne auf unseren Konzerten im Sommer vorbei, wir teilen uns die Bühne mit starken Bands und spielen sicher den Ein oder Anderen neuen Song ;-).

Zum Schluss bedanke ich mich auf jeden Fall noch einmal bei dir für das Interview, die Fragen waren wirklich mal etwas Anderes und haben Spass gemacht.

 

Lineup:

Tobias Finkl – Guitars
Patrick Kluge – Vocals
Arthur Solich – Guitar
Christoph Knobloch – Drums

 

 

Links zur Band:

   

 

 

 

 

 

Bloodjob

 

 

So, da euch sicher in den letzten knapp 6 Jahren Inaktivität einige vom Radar verloren haben, stellt euch doch mal selbst vor.

Markus: Hi, wir sind BLOODJOB aus dem grauen Gießen und spielen Death Metal. Unsere aktuelle Besetzung besteht aus Sascha (Vocals), Karol (Bass), Olli (Gitarre) und mir, Markus (Gitarre und Hintergrundgeschreie). Uns gibt es bereits seit 2007, daher auch der noch etwas pubertäre, aber supereingängige Bandname. Anfangs war das noch sehr stumpfer Old School Death Metal. Wir haben ein paar Jahre gebraucht bis wir unseren Stil gefunden haben und dann 2010 und 2012 unsere ersten Demos rausgehauen. Inaktiv waren wir in der Zwischenzeit zwar nicht, aber wir haben einige Besetzungswechsel hinter uns, weshalb sich das Release von unserem ersten Album etwas verzögert hat. Stilistisch liegen wir irgendwo zwischen Brutal Death Metal/Deathgrind und 90er-Jahre Death Metal, wobei wir uns da nicht so viel Gedanken drüber machen und einfach die Musik spielen, auf die wir Bock haben.

 

Ihr hattet ja eine doch recht lange Pause zwischen 2013 und 2019. Wie kam es dazu? Und wieso wurde aus eurem “Comeback” 2016/2017 nichts, außer glaube ich 3 Gigs?

Markus: Nachdem wir unsere ersten beiden Demos aufgenommen hatten, lag unsere Priorität erst mal bei Liveauftritten. Wie bereits erwähnt hatten wir seitdem auch ein paar Besetzungswechsel, sind aber trotzdem noch ganz gut herum gekommen. Seit 2016 haben wir auf jeden Fall noch über ein Dutzend Gigs gespielt. Leider haben wir aktuell noch keinen festen Drummer in der Band, da unser alter Schlagzeuger Simon aus beruflichen Gründen nicht mehr genug Zeit gefunden hat. Nach einer Weile hatten wir aber erst mal die Schnauze voll von Stillstand und haben mit Julian (“Wreck”, “Into Coffin”, “Cloudbreaker”) das Album aufgenommen.

 

Ihr beschreibt euch ja selbst als “kompromisslosen Death Metal der alten Schule”. Kompromisslos und (Brutal) Death Metal kann man gelten lassen, wenn man Grindcorelastig gelten lässt. Nur die “alte Schule” finde ich irgendwie nicht so richtig, jedenfalls verstehe ich unter Old School Death Metal etwas anderes und ihr habt eigentlich dafür auch zu viele “Breeees” und “Weees” in den Vocals. Werbegag? Oder euch total egal?

Markus: Natürlich ein total egaler Werbegag. Nein, im Ernst, wir wollen uns selbst gar nicht in irgendeine Schublade stecken.  Aber nur Death Metal klingt ja auch etwas unspektakulär.  Im Vergleich zu irgendwelchen Brutal Slamming Deathcore Bands klingen wir aber schon recht Old School. Unsere musikalischen Einflüsse gehen aber auch über Death Metal hinaus. Grindcore hast du ja bereits erwähnt, aber Thrash und ein bisschen Black Metal stecken auch mit drin, wenn nicht sogar etwas Hardcore. Alles nur gut verpackt. Death Metal, der nur nach Death Metal klingt, finde ich meistens auch etwas langweilig. Dann höre ich mir meistens doch lieber die Originale an. Nebenbei, die “Breeees” und “Weees” passen meiner Meinung nach ganz gut zur Mucke.

 

Ihr kommt ja, wie auch ich, aus einer Ecke Deutschlands (Hessen, Gießen), die was Lokations im Metalbereich abgeht eigentlich fast schon “gestorben” genannt werden kann. Jedenfalls fallen mir außer dem Jokus in Gießen (eigentlich auch schon gestorben was härteren Metal angeht) und dem KFZ in Marburg eigentlich keine ein in eurer Ecke, in denen halbwegs regelmäßig was stattfinden würde. Selbst Richtung Kassel oder Frankfurt ist eigentlich eine große Leere. Ist es als Band nicht frustrierend, oder nehmt ihr notgedrungen auch längere Fahrten für Gigs in Kauf oder könnt/wollt gar nicht allzu viel live spielen?

Markus: Ja, hier in der Ecke kann es schon manchmal ziemlich tot sein. Das war aber auch unsere Motivation die Band zu gründen. Es gab damals auch schon ein paar härtere Bands in der Gegend, die selbst Konzerte veranstaltet haben, das war ziemlich cool und so läuft das eigentlich immer noch. Irgendwann gestaltet man die Szene halt einfach mit. Es gibt hier aber auch manchmal echt gute, wenn auch etwas kleinere Festivals und Konzerte. Das „Masters of the Unicorn Open Air“ kann ich zum Beispiel nur empfehlen. Oder mal schauen, was im Moshpit Flörsheim so spielt. Um deine Frage zu beantworten, längere Fahrten gehören einfach mit dazu. Gerade die Gigs, die wir in Thüringen oder in der Stuttgarter Ecke gespielt haben, sind uns gut in Erinnerung geblieben. Eigentlich wollen wir gern auch noch etwas rumkommen.

 

Eure aktuelle Scheibe “Sick Concept Humanity” (Review) ist vom Sound her eine echt starke Nummer und eine extreme Steigerung zu eurem alten Material. Wo habt ihr aufgenommen? Und bisher konnte ich die Scheibe nur auf Bandcamp und bei YouTube als Stream finden, kommt da noch was zum anfassen?

Markus: Haha, danke! Im Gegensatz zu unseren Demos sind wir aber diesmal nicht ins Studio gegangen, sondern haben das Album selbst aufgenommen. So konnten wir alles nach unseren Vorstellungen klingen lassen und uns dabei richtig schön Zeit lassen. Unsere Demos waren dagegen schon etwas herunter gerotzt, aber was soll’s. Unser ehemaliger Gitarrist Batzen hat mit seiner Band “Wreck” schon einige Erfahrungen mit DIY-Recording gesammelt und uns mit den Aufnahmen geholfen. Dass es nicht nach Proberaum klingt, ist Andre Skopko (“Existence Failed”) zu verdanken. Er hat das Album abgemischt und gemastert und einen super Job damit gemacht. Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Musik haben wir dann selbst zum Streaming (bzw. Download) zur Verfügung gestellt. Wir haben aber trotzdem auch ein paar CDs gepresst, da wir immer wieder danach gefragt werden und es auch ganz nett ist sich was ins (überfüllte) Regal stellen zu können. Die CDs gibt‘s in der Regel bei unseren Gigs zu erwerben (oder auch mal bei einer netten Anfrage über Fb).

 

Ich hoffe mal, dass ihr jetzt ein beständiges Lineup habt und auch LiveGigs und Merch (so am Rande, ich bevorzuge simple LogoShirts, dafür in guter Qualität :D) in der Planung sind, und ihr nicht wieder in der Versenkung verschwindet, dafür ist euer Zeug einfach zu Gut.

Markus: Das Lineup könnte noch etwas größer werden. Wir haben leider noch keinen festen Drummer gefunden. Ich hoffe das ändert sich bald (bei Interesse info@bloodjob oder bei Fb anschreiben). Daher ist es zurzeit noch recht übersichtlich mit den Gigs. Wir hatten aber auch gerade erst unsere Release-Party, bei der wir das Album live präsentiert haben. Da gab‘s dann auch neue Shirts mit dem Albumcover drauf. Das Logo-Shirt für den Arbeitsplatz haben wir natürlich auch im Angebot.

 

Was haltet ihr davon, dass es scheinbar Mode geworden ist, dass die Bands, gerade im (Brutal) Death Metal erst mal ihre Scheiben auf eigene Kosten einspielen und meistens auf Bandcamp und/oder Streamingdienst veröffentlichen (müssen), CD-Produktion ist immer noch recht teuer und risikoreich gegenüber Online, und erst dann die Labels einsteigen wenn die Sache schon läuft, bzw. gelaufen ist? Die Labels halten also schön ihr Risiko gering und für Bands steigt es.

Markus: Wir haben uns tatsächlich selbst dafür entschieden, das alles in die eigene Hand zu nehmen. Wir sind halt auch immer noch sehr Underground und haben zudem noch andere Verpflichtungen. Ein Risiko hat da auch irgendwie jeder. Es steckt schließlich auch oft ziemlich viel Arbeit drin, wenn man Musik macht oder ein Label betreibt. Aber klar, es wäre natürlich aber auch schön, wenn wir mit der Scheibe bei einem Label Interesse wecken, das die CD noch mal in einer größeren Auflage vertreiben und uns ein paar Gigs organisieren würde.

 

Welche Bands und/oder Alben haben euch privat und auch als “Bloodjob” eurer Meinung nach am meisten Beeinflusst?

Markus: Alles angefangen hat es, wie bei so vielen mit der “Reign in Blood“, dann kamen Scheiben wie  „Tomb of the Mutilated“, „None So Vile“, „Like an Everflowing Stream“, „Left Hand Path“, „Symphonies of Sickness“ und „World Downfall“ dazu. Ich schätze man hört auch heraus, dass wir vor allem von Bands wie “Suffocation”, “Dying Fetus”, “Napalm Death” und Konsorten stark beeinflusst wurden.

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):

Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Markus: Kopf von Salat, wir ernähren uns doch alle gesund (um den ganzen Bierkonsum auszugleichen).

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Markus: Für einen Kneipengig sind wir immer zu haben. Für das 20000+ Festival kann man uns aber auch gerne mal buchen.

Metal only oder hört ihr privat auch Anderes (Blasphemie!!!)?

Markus: Metal ist heutzutage ziemlich langweilig geworden, daher auch gerne mal Grind, Powerviolence, Hip Hop, Stoner-Rock, Punk, …

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Markus: Gerne auch mal in Kombination.

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Markus: Nummer eins, ganz klar.

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen.

Markus: Vielen Dank für das Interview und das Interesse am neuen Album. Unser Album gibt’s als Stream (und Download) bei Bandcamp sowie auf YouTube. Schaut am besten auch mal bei Facebook rein, da kündigen wir immer Neuigkeiten wie Gigs und so an, da kommt bestimmt demnächst wieder mehr. Wie bereits erwähnt, wir freuen uns immer, wenn wir irgendwo live spielen können (vom Kneipengig bis Festival ist alles erwünscht). In der Zwischenzeit werden wir an der nächsten Veröffentlichung arbeiten, damit es nicht wieder so lange dauert.

 

 

Ein Review zu “Sick Concept Humanity” findet ihr hier.

 

Links zur Band:

     

 

Carnal Decay

 

 

Dann mal Danke dafür, dass ihr trotz Tourvorbereitungen Zeit für meine komischen Fragen hier gefunden habt. Für diejenigen die euch nicht kennen sollten (schämt euch!), stellt euch doch mal kurz selbst vor.

Hi! Jepp is doch klar!

Wir sind eine Brutal Deathmetal/Hardcore-Kapelle aus der Schweiz, die Hälfte der Band kommt mittlerweile jedoch aus Deutschland. Schweizer Personal ist einfach viel zu teuer 😀

Wir haben 4 Alben auf dem Markt, “Carnal Pleasures” (2006, Fastbeast Records), “Chopping off the Head” (2008, Fastbeast Records), “On top of the Foodchain” (2011, Sevared Records), “You owe you pay” (2016, Rising Nemesis Records). Plus eine Split: “Grotesque First Action” (2006, Grotesque) und eine EP: “When Push comes to shove”, unser neustes Werk (2018, Split-Label Release; Rising Nemesis, Brutal Mind, Nice to eat you, UKEM, Fat Tub of Lard, Pathologically, Sevared Records).

Unsere Besetzung: Isa (Gitarre), Nasar (Bass), Basti (Drums), Kern (Vocals). Eine klassische Punkrock Besetzung.

 

Zwischen der 2011er “On Top of the Foodchain” und eurer 2016er Promo war ja bei euch relative Funkstille, wenn ich nichts verpasst habe. Wie kam es dazu und warum habt ihr euren Stil und Sound so extrem verändert in der Zwischenzeit (zum Vorteil meiner Meinung nach)? Seit 2002 relativ klar Brutal Death Metal/Grindcore, meiner Meinung nach dann ab 2016 eher Death Metal mit einer riesigen Portion Hardcore. Was ihr mit eurer EP “When Push Comes to Shove” (Killersong) sogar noch eindeutiger zeigt. Wollt ihr euren neuen Stil auch weiter beibehalten, oder ist das eher ein “Experiment”?

Kern: Wir waren eine Zeit lang recht ausgiebig auf Tour und haben immer wieder einzelne Shows gespielt, zu denen wir geflogen sind und gerne auch noch ein paar Tage (oder Wochen) als Ferien dran gehängt haben. Somit ist für die Reiserei immer viel Zeit drauf gegangen. Dazu kommt dann noch, dass wir einfach faul sind, haha! Den Spitznamen „Carnal Delay“ haben wir nicht von ungefähr.

Interessant deine Beobachtung betreffend dem Sound; wir hatten eigentlich schon immer ein paar Mosh-Parts mit drin, egal welche Scheibe man nimmt. Auf der „On top oft the Foodchain“ wars eigentlich auch schon sehr moshig.

Seit der 2016er „You owe you pay“ sind wir für die Aufnahmen, Mix und Mastering im “Kohlekeller Studio” gewesen, was dem ganzen Sound extrem gut getan hat. Es wurde alles etwas professioneller. Ausser der Band natürlich, haha.

 

Für Schweizer, denen man ja eigentlich eher etwas anderes nachsagt, seid ihr musikalisch und auch auf der Bühne ganz schön schnell Unterwegs. Entsprecht ihr neben der Musik eher dem schweizer Klischee, oder sind Schweizer generell anders als man denkt?

Kern: Warst du denn noch nie hier?! Du musst unbedingt einmal vorbeischauen, es ist alles gaaanz anders, als du denkst! (Wobei; wenn ich mir Isas Schokoladenkonsum anschaue, muss ich gewissen Klischees recht geben…)

 

Am 02.05.2019 beginnt ihr zusammen mit “Extermination Dismemberment” und “Korpse” die “Slamming Annihilation 2019”-EuropaTour. Wahrscheinlich dürft ihr nicht verraten welche Bands die 1-2 angekündigten, aber noch nicht bekanntgegebenen Plätze für lokale Kapellen füllen?

Kern: Das wissen wir ehrlich gesagt gar nicht aber ich habe hier ein paar FB Events, die dir noch weitere Details verraten können:

TOUR DATES:

02.05 – AUSTRIA, VIENNA @ VIPER ROOM

03.05 – AUSTRIA, SALZBURG @ ROCKHOUSE

04.05 – HUNGARY, BUDAPEST @ ROBOT

05.05 – GERMANY, LEIPZIG @ NAUMANNS

06.05 – GERMANY, OBERHAUSEN @ HELVETE

07.05 – NETHERLANDS, THE HAGUE @ MUSICON

09.05 – BELGIUM, ROESELARE @ DE VERLICHT GEEST

10.05 – FRANCE, NANTES @ LA SCENE MICHELET

11.05 – FRANCE, PARIS @ GIBUS

12.05 – SWITZERLAND, BERN @ REITSCHULE

 

Seit 2002 seid ihr die einzige mir bekannte (Brutal) Death Metal /Grindcore Band mit Mädel an der Gitarre. Werdet ihr bestimmt auch oft genug drauf angesprochen, aber wieso denkt ihr, gibt es so wenige Mädels an dieser Position? Bass oder Vocals ist und war ja durchaus häufiger der Fall. Am Interesse für diese Art von Musik, denke ich, liegt es auch eher weniger, jedenfalls empfinde ich den weiblichen Anteil der Besucher bei Konzerten doch als erstaunlich hoch (25-50%, geschätzt) und Videos von guten Gitarristinnen gibt es auf YouTube ja auch zu Hauf. Hat der Rest der Band(s) Angst vor Zicken?

Kern: Zum Glück ist ja nicht jede Frau eine Zicke, so wie auch nicht jeder Mann ein Macho ist. Zusätzlich kennen wir einige Bands mit einer Frau an der Gitarre, von “Anachronism” (CH) über “Slamentation” (CH/GER) bis zu “Harlequin” (USA)…

 

Ihr seid ja jetzt auch schon eine eigentlich enorm langen Zeit aktiv (2002), wie steht ihr zu den doch merklichen Veränderungen die gerade das Internet auf die Musikszene hat? Eigentlich kann jeder der will eine “Scheibe” online veröffentlichen ganz ohne Label, geringem finanziellem Risiko und Streaming- und/oder Downloaddienste gibt es dafür auch mittlerweile mehr als genügend. Findet dadurch nicht eine Übersättigung statt, durch die schiere Masse an Veröffentlichungen, alleine im Bereich Death Metal – Grindcore – Deathcore sind 30 neue Alben pro Woche nicht wirklich selten, andere Stile kommen dann ja im gesamten Metal-Bereich noch hinzu. Da stelle ich mir vor, dass es auch auf die Bands einen “Präsents-Druck” erzeugt, denn wenn man mal kurz aus der Wahrnehmung der Hörer verschwindet, stehen bereits zig andere Bands bereit.

Kern: Wenn wir ein Album machen, lassen wir uns einfach die Zeit, die wir brauchen. Faulheit hilft da enorm.
Für uns selbst ist das Internet ein cooles Tool, man kann kostenfrei und jederzeit Werbung machen. Platz hat es ja für vieles, für Hypes und auch längerfristig Interessantes. Toll, dass es so viel Auswahl gibt und sich jeder das herausnehmen kann, was ihm passt.

 

Ein Vorteil des Ganzen, besteht natürlich darin, dass man nicht mehr ganz so Lokal gebunden ist, auch was die Member angeht. Beispiel liefert ihr ja selbst mit eurem neuen Drummer Basti, welcher ja nördlich der Alpen sein Unwesen treibt. Wie gestalten sich Proben, Songwriting und “Bandleben” durch die Entfernung? Termine für Auftritte, werden dadurch sicher auch nicht einfacher.

Kern: Ja, die Distanz ist natürlich ein Thema. Dadurch haben wir nicht mehr wie früher zwei mal pro Woche Probe. Jetzt übt jeder/jede alleine zu Hause und wir treffen uns alle paar Wochen für ein Probe-Weekend. Unser Bassist Nasar wohnt ja nur eine halbe Stunde von Basti entfernt. Daher ist es bei uns eigentlich noch easy, mal fahren Nasar und Basti in die Schweiz, mal Isa und ich in die Nähe von Frankfurt.
Bei den Terminen für die Auftritte ist es eigentlich wie gehabt, wenn alle können und Bock haben wird geballert.

 

Wie sieht es bei euch mit Nebenprojekten aus? Und womit verdient man bei euch neben der Band seine Brötchen, und welchen Stellenwert hat die Band für euch zwischen Beruf und Privatleben?

Kern: Nasar spielt noch bei “Dead Fucking Sunday”, Basti trommelt auch bei “Candero” und “Bösedeath” und hat Projekte wie “Dimtrail” und “Kabal”.
Beruflich sind wir alle weit gestreut, Nasar führt sein Label Rising Nemesis Records, Isa ist Landschaftsgärtnerin/Gartenplanerin, Basti Sozialpädagoge und ich Tontechniker. Außer Basti sind wir alle selbstständig erwerbend, das heißt, wenn wir den Beruf zu sehr schleifen lassen gibt’s keine Wurst mehr aufs Brötchen. Andererseits sind wir so natürlich auch sehr flexibel. Ist alles in einem gesunden Gleichgewicht würde ich da mal sagen.

 

Quickies (Antworten so kurz wie möglich):

Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Kern: Beides

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Kern: Kneipengig

 

Metal only oder hört ihr privat auch Anderes (Blasphemie!!!)?

Kern: Pure Blaspehmie! Nur Anderes

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Kern: Beides und Anderes

 

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Kern: 1

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen. Ich sehe euch dann am 06.05.2019 in Oberhausen.

Kern: Vielen Dank für dein Interesse an Carnal Decay! Wir freuen uns auf die kommende Tour und unsere darauffolgenden Gigs, vielleicht sieht man sich ja mal.
Auf unserer Facebook-Seite sind alle aktuellen Infos zu Konzerten, Merch und mehr.

Für alle Festivalgänger: Wir spielen dieses Jahr aufm Summer Breeze!

See ya und kommt doch mal auf nen Jacky-Cola rum!

 

 

Links zur Band:

   

 

Links zum Label:

 

Bleeding Heaven

 

Servus, stellt ihr euch mal kurz selbst vor?

Moin, bin der Marc, 34 Jahre alt, Sänger und Sprachrohr der Band. Ansonsten gehören zur Band „Dok“ Thorsten (Drums), „Onkel“ Heinz (Gitarre), Andre (Gitarre) und Thomas (Bass).

 

Euch gibt es ja jetzt schon seit 2007, das erste richtige Album kam aber erst 2015, was habt ihr die 8 Jahre dazwischen getrieben?

Während der ersten Jahre gab es immer wieder Lineupwechsel innerhalb der Band, so dass wir vorerst nur Demos und EPs veröffentlicht haben. Als dann fast genügend Material für das erste Album fertig war, haben uns unser damaliger Bassist Robin und unser zweiter Sänger Patrick ziemlich zeitgleich in Richtung ihrer alten Band “Call of Charon” verlassen. Also wurden wieder neue Leute gesucht, denen erneut das Material gezeigt und beigebracht und zack waren wir im Jahr 2015…

Mir ist aufgefallen, dass es verdammt viele Bands im Brutal (Slamming) Death Metal oder Deathcore im, ich nenne es einfach mal so, “erweitertes Ruhrgebiet” gibt. Inwieweit unterstützt man sich da gegenseitig oder ist es hinter den Kulissen eher ein Konkurrenzkampf um Gigs? Gut vernetzt sind die Bands dort ja untereinander Recht gut, jedenfalls kommt es mir von außen so vor.

Wir sind froh ein Teil der NRW Death Metal Familie zu sein. In der Regel unterstützen wir uns da alle gegenseitig. Ich veranstalte zum Beispiel 1-2 mal im Jahr ein lokales Konzert bei uns in Recklinghausen und eins im Helvete in Oberhausen und lade da immer mindestens 2-3 befreundet NRW Bands ein. Ab und zu bekommen wir dann auch einen Gig dafür von den Bands zurück. Es ist ein Geben und Nehmen, über das sich fast niemand beschweren sollte.  Die Szene wäre mittlerweile nicht so groß, wenn jede Band nur an sich denken würde und sich niemand helfen würde.

In euren Anfangszeiten wart ihr ja (finde ich jedenfalls) mehr Richtung Metalcore/Deathcore ausgerichtet (Demos). Habt Ihr euch bewusst mehr in Richtung Brutal Death Metal bewegt oder war das eher eine Entwicklung die von alleine geschah?

Die Entwicklung entstand ganz bewusst. Nachdem Patrick damals ausgestiegen ist, er war maßgeblich am Songwriting beteiligt, wollten wir alle einfach keinen Deathcore mehr machen und haben uns mehr und mehr in die Richtung entwickelt, die wir selbst privat hören.

Leider seid ihr Live nicht gerade die aktivste Band (im Vergleich zu anderen aus eurer Nähe). Wegen Beruf, Nebenprojekten zu stark eingebunden? Wollt ihr gar nicht so oft auf der Bühne stehen oder will Euch (für mich unbegreiflich) keiner?

Eigentlich wollen wir so oft es geht auf der Bühne stehen, aber leider sind Giganfragen eher mau bei uns. Die ganzen Festival Bewerbungsdeadlines verpeilen wir meistens, oder wir bekommen von bestimmten Festivals jahrelang nur Absagen. Ich glaube bei dem einen Festival sind wir nun 6 Jahre lang dabei uns erfolglos zu bewerben. Soll wohl einfach nicht sein, warum auch immer. Die Gründe für die Absagen waren nämlich immer andere. Die Gigs die wir zur Zeit spielen sind entweder selbst organisiert oder von befreundeten Bands, wie “Orphalis” zum Beispiel. Wochenlang auf Tour gehen, wie “Stillbirth” oder “Obsolete Incarnation”, können wir aus beruflichen und familiären Gründen einfach nicht, auch wenn wir zu gerne wollen. Hinzu kommt, dass wir auch nicht mehr die Jüngsten sind.

Ihr seid ja jetzt auch, bis auf einen Ausreißer, Mitte bis Ende 30. Was waren/sind eurer Meinung nach die für euch prägenden Bands, privat wie auch in eurer eigenen Musik? Devourment denke ich mal steht relativ weit oben, jedenfalls wenn man sich das Cover eurer ersten Scheibe “World eating Anomaly” anschaut, der “Spike Dude” spricht da für mich klare Worte.

Es gibt Unmengen an Bands, die uns privat gefallen und uns zu neuen Stücken inspirieren. Bands wie “Suffocation”, “Dying Fetus”, “Nile”, “Aborted”, “Waking the Cadaver”, “Devourment” oder “Ingested” um nur ein Paar zu nennen. Jeder von uns hört mehr eine bestimmte, ich sag mal Art von Death Metal, als der andere. Der eine mag es technischer, der andere mehr ältere Death Metal Sachen und der nächste mehr Slam und Grind. Alles zusammen ergibt dann “Bleeding Heaven”.

Die Möglichkeiten für Bands ihr Material zu produzieren und zu veröffentlichen sind ja in den letzten Jahren geradezu explodiert (PC und Software macht fast alles Möglich mittlerweile und Studioaufnahmen sind auch nicht mehr so teuer wie sie mal waren und deren Anzahl steigt ja auch stätig, Qualität mal außen vor). Dadurch kommt natürlich auch jede Menge mehr Material in irgendeiner Form an die Hörer, allerdings auch sehr viel mehr (meiner Meinung nach) Mist, oder Sachen die früher nicht mal als Demo (in der Qualität) durchgegangen wären. Alleine in der Dunstwolke rund um Death Metal kommen ja mitunter bis zu 30 Alben/EPs die Woche auf den Markt, viele auch nur als Digitalversion, kostet die Band/Künstler ja nichts im Vergleich zu einer CD/LP. Wie seht ihr diese Entwicklung und was tut ihr oder wollt ihr tun um aus diesem “Sumpf” heraus zu stechen?

Ich glaube es ist sehr schwer aus der heutigen breiten Masse heraus zu stechen. Was dagegen machen? Gute Frage – nächste Frage… wahrscheinlich indem man bei seinem eigenen Style bleibt und nicht den 103848. Slam Song veröffentlicht, der sich kaum oder gar nicht von anderen Bands unterscheidet.

Was so den Metalbereich als Ganzes angeht, ist ja schon seit einigen Jahren ein Locationsterben zu verzeichnen (sehe ich im Rhein-Maingebiet bis Koblenz so). Viele Clubs machen dicht oder nehmen immer mehr Veranstaltungen aus anderen Bereichen (StandupComedy, Lesungen, PoetrySlams, ganz andere Musikrichtungen, usw.) ins Programm und “richtige” Konzerte werden immer mehr verdrängt. Eigentlich auch Verständlich, gehen die Besucherzahlen doch seit Jahren runter und steigt doch dadurch das Risiko gerade für kleinere Veranstalter. Der Trend geht, meiner Beobachtung nach, zu weniger aber größeren Events (mehr Bands am Abend, eher bekanntere Bands). Wie sieht das bei euch im Ruhrgebiet aus und wie seht ihr das als Band oder privat von der anderen Seite der Bühnenbegrenzung?

Es ist echt schade zu sehen, wie mehr und mehr Locations schließen. Bald bleiben nicht mehr viele Orte übrig um ein kleines Konzert mit befreundeten Bands zu veranstalten, außer man tritt zum 43. mal in der gleichen Location auf. Mal ehrlich, wer will das schon? Bei uns im Ruhrpott ist zum Glück in der Regel jedes Wochenende irgendwo ein Konzert, wo man hingehen und Freunde treffen könnte. Nur als Band selbst hat man es da etwas schwerer. Oft sind größere Gegenveranstaltungen, wenn man selbst ein Konzert organisiert. Klar schauen wir dann  immer, dass wir ein Wochenende erwischen wo nichts in der Nähe zeitgleich stattfindet, aber selbst darauf kann man sich nicht mehr verlassen. Glaube im letzten Jahr war es, wo dann eine Woche vor unserer Show bekannt wurde, dass “Suffocation” ein paar Kilometer weiter zeitgleich mit uns spielen. War dann ein bisschen doof, haha

 

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):

Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Schweinefuß, aber nur frisch vom Metzger des Vertrauens

 

50 Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Beides kann super viel Spaß machen

 

Metal only oder hört ihr privat auch anderes?

Größtenteils Metal, aber auch andere Sachen, klar.

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Captain Jack!

 

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Antwort 1!

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen.

Danke erst einmal für das Interview. Hat echt Spaß gemacht. Eigentlich ist alles gesagt. Außer: Bucht uns für eure Show! Geht zu kleinen, lokalen Konzerten und unterstützt die Bands. Kauft ihr Merch! Lasst das Handy während der Show in der Tasche und habt Spaß!! Danke für euren Support in  den letzten Jahren!

 

 

 

Links zur Band: