Cloudbreaker

Und auch direkt wieder eine sehr vielversprechende Band aus Hessen, diesmal “Cloudbreaker” aus Marburg.

Dann mal ein Gude nach Marburg und Umgebung.
Da ihr mit “Confinement is Finite” am 05.01.2019 Premiere gefeiert habt, kennen euch ja wohl leider noch nicht so viele außerhalb der Region, ändert ihr das mal kurz?

Wir sind dran. Gladenbach-Runzhausen 13.07, Siegen 31.08, danach die Welt.

 

Wie mir aufgefallen ist, scheint 2019 ja der Tod in der hessischen Einöde zu erwachen. Neben euch haben ja auch “Corrosive” und “Bloodjob” dieses Jahr bereits die Welt um ein paar CDs reicher gemacht und auch “Spreading Miasma” ist zumindest Live noch aktiv. Habt ihr euch da abgesprochen, oder ist das eher Zufall? Erfreulich ist es so oder so.

Es handelt sich um eine rein zufällige Verschwörung, deren Ziel es ist, die Mittelhessische Idylle mit Blastbeats und Growls wieder zum Leben zu erwecken.

 

Da es euch ja schon seit 2011 gibt, wundert es mich etwas, dass ihr erst 2019 mit einem Album kommt, 2015 gab es zwar ein Demo, aber Demos zähl ich jetzt nicht wirklich.

Das ist wie guter Wein… das brauch halt seine Zeit. Von der Bandgründung bis heute, ist ein weiter Weg. Abgesehen davon, dass das erste livetaugliche Lineup erst 2014 zustande kam, mussten wir uns viel Können und Wissen aneignen um das Material in einer, für unser Maße, würdigen Produktion der Welt zu präsentieren. Der leicht masochistische drang zum DIY hat den Prozess sicherlich nicht verkürzt. Wir haben viel gelernt und die nächsten Produktionen werden bestimmt nicht so lange auf sich warten lassen. Man munkelt sogar, dass dieses Jahr noch ein Paar Singles erscheinen werden.

 

Ist zwar im Grunde jetzt die gleiche Frage die ich “Bloodjob” (hier) gestellt habe, aber natürlich sind mehrere Meinungen immer besser. Wie seht ihr das mit dem Locationsterben bzw. mit den immer weniger werdenden Veranstaltungen und Konzerten? Ich meine, das “AK44” oder “Jokus” in Gießen haben in den letzten Jahren, gerade im Bereich Metal, gerade zu gegeizt, das “Til Dawn” in Marburg ist seit Ende April dicht und das “KFZ” knausert auch ganz gewaltig.

Locationsterben ist leider Realität und man kann das an vielen Orten beobachten. Hoffentlich gibt es da bald eine Wende, sonst müssen wir Konzerte per Youtube-Livestream geben und wir machen das schon ganz gerne lieber ganz klassisch auf der Bühne, vor dem Publikum.

 

Was treibt ihr neben “Cloudbreaker” so, falls ihr es verraten wollt? Job? Nebenprojekte? Julian lassen wir da mal außen vor, seine Tage könnten sicher paar mehr Stunden wie 24 gebrauchen und retten kann er sich vor Anfragen und Nebenprojekten wohl auch nicht 😀

Oh je, mit der Frage kann man ja fast ein eigenständiges Interview füllen. Arbeiten, Studieren, ausgebildet werden, in anderen Bands aktiv sein und kuriose Hobbys haben.

 

Wenn ich mich auf Konzerten so umschaue, ist mir aufgefallen, dass bei eher klassischem Death und Melodic Death Metal, zu dem ich euch jetzt auch mal zähle, doch die Masse der Zuschauer jenseits der 30 sind und bei Brutal Death Metal und Deathcore eher die U20 bis Ende 20er zu finden sind. Ist das nur mein Eindruck?

Ist was dran. Das liegt mit daran, dass klassischer Death und Melodic Death Metal eher in den 80ern und 90ern heiß waren und Brutal Death und Deathcore eher in den 00ern und 10ern groß wurden. Aber, hey, wir sind bis auf unseren Bassisten Niko U30…

 

Der Sound der “Confinement is Finite” erinnert mich extrem stark an die späten 90er und frühen 2000er. Ist das von euch gewollt? Und wenn ich mich nicht ganz arg verhaue, höre ich nicht gerade wenige Einflüsse aus eher Melodic/Symphonic Black Metal aus genau dieser Zeit. Instrumental wie auch bei den Vocals.

Wir haben zwei Entscheidungen getroffen, die mit für diesen Eindruck verantwortlich sind. Wir wollten, dass das Mastering nicht jegliche Dynamik auf dem Altar des Loudness-Wars opfert und wir haben nicht – wie in modernen Produktionen leider üblich – alles zu Tode editiert. Wir sind mit diesen beiden Entscheidungen und dem Resultat sehr zufrieden. Wenn es an die späten 90er oder 2000er erinnert, ist das aber eher ein Nebenprodukt.

Bei dem Sound haben wir einfach nur versucht einen Sound zu finden, der zu uns und dem Material passt. Dabei haben wir uns nicht bewusst an anderen Bands orientiert.

 

Die Scheibe habt ihr ja in Eigenregie veröffentlicht und ihr habt wie ich sehe, sowohl das Recording, Mixing und Mastering in insgesamt 4 verschiedenen Studios machen lassen. Hatte das einen speziellen Grund, oder war es terminlich oder anderen Gründen nicht anders machbar?

Recording, Mixing und Mastering sind drei völlig unterschiedliche Aufgabenbereiche und wir fanden es wichtig, diese auch unterschiedlichen Leuten zu überlassen, die jeweils darauf spezialisiert sind. Hinzu kommt, dass unser Budget limitiert war und wir schauen mussten, wo wir einen guten Preis kriegen für den Qualitätsstandart, den wir haben wollten.

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):
Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Schnitzeldance

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Geil!

 

Metal/XCore only oder hört ihr privat auch Anderes?

Auch viel anderes, aber Metal  sagt der Nacken.

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Irgendwo zwischen sowohl als auch und weder noch.

 

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Essenzieller Teil , also 1.

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen.

Ach, gut, dass du es fragst: wir machen ja eigentlich keine Cover, aber Vivaldi war einer der Pioniere des Metal-Gitarren-Geschredders. Daher haben wir den „Sturm“ aus den „Vier Jahreszeiten“ gecovert, als eine Hommage an die Anfänge sozusagen. Es könnte sogar sein, dass wir den letztens aufgenommen haben… aber psssht.

Ihr findet uns auf allen gängigen Musikplattformen. Wenn ihr uns unterstützen wollt, lasst uns gerne ein Like auf Facebook da und bestellt euch eine CD oder ein Shirt aus unserem Bandcamp-Shop:

https://cloudbreaker.bandcamp.com

 

 

 

Links zur Band:

   

 

Reckless Manslaughter

Dann schick ich mal wieder Grüße in den Pott, dieses Mal aber an die klassische Death Metal Band “Reckless Manslaughter”.

Für diejenigen die euch seit 2008 noch nicht kennengelernt haben sollten, wer seid ihr?

Leimy:

Einmal im Schnelldurchlauf: “Reckless Manslaughter” sind Sebi an der Gitarre, Micha aka Pneumator an den Drums, Chris am Bass, Dennis an der Gitarre und meine Wenigkeit am Mikro. 2008 haben Micha und ich aus einer Bierlaune heraus beschlossen: „Lass uns doch mal eine Death Metal-Band gründen“. Daraufhin haben wir uns im Freundeskreis umgehört, wer noch Bock hätte und so waren Sebi und Chris ebenfalls schnell an Bord. Wir haben schließlich zwei Jahre im Proberaum herumgeschraubt und uns langsam an einen eigenen Sound herangetastet, der anfänglich noch etwas Brutal Death Metal-lastiger war, was 2011 im ersten Album „Storm Of Vengeance“ gipfelte. 2012 beschlossen wir unseren Sound durch einen zweiten Gitarristen aufzupeppen und durch die Empfehlung vom damaligen “Suffocate Bastard”-Gitarristen Othon sind wir dann auf Dennis gestoßen, der früher gemeinsam mit ihm bei “Depravity” musizierte und mal wieder Bock auf schnörkellosen Death Metal hatte. Es harmonierte auf Anhieb prächtig und so schrieben wir innerhalb kürzester Zeit das zweite Album „Blast Into Oblivion“, das von einer etwas klassischeren Death Metal-Ausrichtung geprägt war und zum ersten Mal auch doomige Elemente enthielt. In den folgenden Jahren spielten wir viel live, experimentierten mit unserem Sound, nahmen einige Demos und Splits auf und sind jetzt wieder voll da um euch mit unserem Lärm zu belästigen, hahaha.

 

Eure 3te Scheibe “Caverns of Perdition” (Review gibt es hier), hat ja vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickt. Im Gegensatz zu euren ersten 2 Scheiben “Storm of Vengeance” (2011) und “Blast into Oblivion” (2013) hat “Dan Swanö” diesmal nicht hinter den Reglern Platz genommen. Wie kam es zu dieser Änderung? Am Sound hat sich ja seit eurer ersten Scheibe, bis auf die Drums, auch dieses Mal nicht all zu viel geändert, was auch gut so ist.

Dennis: Die ersten beiden Alben wurden immer häppchenweise abends nach der Arbeit oder an Wochenenden aufgenommen. Diesmal wollten wir etwas Neues ausprobieren und uns komplett zwei Wochen am Stück nur auf das Album konzentrieren. Zum Jörg und “Soundlodge” sind wir auf Grund Empfehlungen befreundeter Bands gekommen. Und natürlich weil wir einige seiner Arbeiten kennen und mögen. Und ich muss sagen, dass die Entscheidung mit ihm zu arbeiten die absolut richtige war! Ein netter und entspannter Kerl der weiß was er an den Reglern tut!

Leimy: Genauso siehts aus. Mit Dan zu arbeiten war schon richtig cool, aber es war doch schon ein ganz anderes Arbeiten wenn man mehrere Tage am Stück konzentriert mit den Aufnahmen beschäftigt ist und man nicht durch andere Dinge abgelenkt wird. Jörg hat auch direkt verstanden welcher Sound zu uns passt und uns allerhand nützlicher Tipps mitgegeben. Wir haben auch erstmalig einen Drumsound auf Konserve, der absolut authentisch klingt.

 

Mir ist da was bei euren Alben aufgefallen, was ich jetzt einfach mal wissen muss. Nennt ihr absichtlich einen Song des jeweiligen Albums wie euer vorheriges Album? Und schreibt ihr bewusst für die Alben auch einen Song mit extremer Überlänge (“Iron Casket” mit 9:24 auf der “Blast into Oblivion” und “Funeralmaster” mit 10:57 auf der “Caverns of Perdition”)? Daran, dass euch sonst nichts einfällt und ihr einfach die Spieldauer der Alben nach oben treiben wollt, liegt es ja hoffentlich nicht.

Dennis: Hahahaha, gut aufgepasst! Ja, es ist tatsächlich so, dass der erste Song eines Albums immer so heißt wie der vorherige Release. Wenn also irgendwann ein Album namens ‘Nuclear Bunker Buster‘ angekündigt wird, weißt du, dass “Reckless Manslaughter” danach Geschichte ist. Dass wir auf „Blast into Oblivion“ und „Caverns of Perdition“ je einen überlangen Song haben ist hingegen Zufall. Im aktuellen Fall mit ‘Funeralmaster‘ hatten wir einfach Bock auf eine Doom-Walze. Wäre der Song z.B. nur 6 Minuten lang geworden, wäre das auch völlig in Ordnung gewesen. Wir setzen uns nicht hin und sagen „Wir schreiben jetzt einen Song der unbedingt die 10 Minuten Marke knacken muss”. ‘Stiffshifter‘ ist ein gutes Gegenbeispiel – in den 2 Minuten ist alles gesagt, da muss man dann nichts künstlich aufblasen oder verlängern.

Leimy: Hehe, ein aufmerksamer Hörer, sehr löblich 😉 Ich stehe drauf so kleine versteckte, wiederkehrende Trademarks einzubauen. So wirst du bei uns auch immer einen Cover-Song einer verblichenen NRWDM-Underground-Band hören. Auch wird jedes Mal mindestens ein Song von einer militärischen Operation handeln und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass beim nächsten Album wieder ein „into“ im Album-Titel ist 😉

 

Vermutlich letzte Frage zum neuen Album: Warum hat es jetzt fast 6 Jahre gedauert? Die 2 Split und Compilation-Beiträge in der Zwischenzeit lass ich jetzt nicht gelten. Das Lineup-Karussell hat euch auch nicht aus der Bahn geworfen, denn das steht erstaunlicherweise bei euch seit 2012 still, falls ich nicht irgendwas verbummelt hab.

Dennis: Nein, du hast nichts verbummelt. Wir sind tatsächlich stabil. Warum das neue Album so lange gedauert hat… tja, irgendwie haben sich verschiedene Verzögerungen einfach aufsummiert. Ein paar nicht beeinflussbare Umstände wie Schichtdienstpläne, Arbeitsunfälle, Fortbildungen, Familienleben etc. haben uns immer wieder bei der Probenhäufigkeit eingebremst. Was wir selber aber beeinflusst haben ist das Songwriting, für das wir uns diesmal bewusst viel Zeit genommen haben. Wir haben etliche Riffs, Melodien und Songstrukturen immer wieder überarbeitet oder auch verworfen, wenn wir gemerkt haben, dass es nicht zündet. Auf „Blast into Oblivion“ hätten wir rückblickend einige Songs knackiger gestalten können.

 

Live macht ihr, wie ich festgestellt habe, euch ja ein wenig rar. Bekommt ihr so wenige Anfragen oder könnt ihr aus privaten Gründen nicht ganz so oft eine Bühne entern? Und wie sieht es damit in Zukunft aus, so mit neuer Scheibe im Gepäck?

Dennis: Die Konzertanfragenquote war eigentlich immer gut, und wird jetzt mit Erscheinen von „Caverns of Perdition“ und den vielen positiven Reviews, sicherlich sogar noch zunehmen. Dann müssen die Konzerttermine „nur noch” an Tagen sein, wo uns kein Schichtplan, Prüfungsstress oder Familienurlaub einen Strich durch die Anfrage macht 😉

 

Da ihr ja, wie viele andere Bands mit denen ich so im Laufe der Zeit zu tun gehabt habe, aus dem Ruhrgebiet kommt, muss ich auch euch natürlich Fragen, wie ihr das “Überangebot” sowohl an Bands wie auch Veranstaltungen bei euch in der Ecke so seht und einschätzt. Gerade in Hinblick darauf, dass andere Ecken Deutschlands gerade zu ausgestorben sind oder in den letzten Zuckungen liegen.

Leimy: Eine gute Frage. Ein Überangebot an Veranstaltungen hat es in jüngerer Vergangenheit durchaus gegeben aber heutzutage ist eher das Gegenteil der Fall, da viele interessante Touren im Death Metal-Bereich das Ruhrgebiet und NRW oftmals großräumig umfahren. Ich denke das ist der Tatsache geschuldet, dass es inzwischen zu wenige Clubs in der Umgebung gibt, die sich für Death Metal öffnen. Und auch daran, dass nur wenige Leute noch den Arsch von der Couch hochkriegen, wenn mal ein Konzert in der Woche stattfindet. Es ist z.B. eine Schande, wenn eine gestanden Band wie “Incantation” vor 50 Nasen auftreten muss (so jüngst geschehen im “AJZ Bahndamm” in Wermelskirchen, als die Amis an einem Mittwoch einen fulminanten Gig hinlegten). Wenn ich zurückdenke, was vor 20 Jahren an einem Dienstag beim “No Mercy-Fest” in der Zeche Carl immer los war ist das schon irgendwie traurig. Aber vielleicht werde ich auch einfach nur alt und verbittert, hahaha.

Auch was Bands angeht ist es im Ruhrgebiet (zumindest im Death Metal-Bereich) eigentlich recht überschaubar. Spontan fallen mir da auch nur unsere Freunde von “Lifeless”, “Sabiendas”, “Suffocate Bastard”, “Orphalis”,  “Mortal’s Path” oder “Ressurected” ein.

 

Ich vermute mal, dass die größten Einflüsse für euch eher im nördlichen Europa der mittleren 90er zu finden sind. Jedenfalls hört es sich für mich so an und sieht auf euren Bandfotos auch so aus.

Dennis: Das sind zwar auch Einflüsse, aber nicht die einzigen. Eigentlich machen wir einfach nur den Death Metal auf den wir gerade Bock haben 😀

Leimy: Echt findest du? Klar es gibt hier und da ein paar schwedisch und vor allem finnisch klingende Passagen, aber der amerikanische Death Metal und auch britische Klänge der Marke “Bolt Thrower” oder “My Dying Bride” waren eigentlich dieses Mal die größten Einflüsse.

 

Mit “F.D.A. Records” habt ihr ja ein Label an Land ziehen können, das zu euch passen sollte, jedenfalls haben sie nicht gerade wenig (OldSchool) Death Metal Bands an der Leine, “Discreation”, “Obscure Infinity”, “Requiem”, Revel in Flesh” uns “Lifeless” um nur mal ein paar davon zu nennen. Wie kam es zu dem Deal und werdet ihr auch in Zukunft mit ihnen zusammen arbeiten, oder nur für dieses Album?

Dennis: Wir haben die üblichen Promopakete an etliche Labels geschickt, u.a. natürlich auch Rico/fda. Er war dann auch einer von mehreren Interessenten für die VÖ. Für ihn entschieden haben wir uns schlussendlich aus mehreren Gründen, wie z.B. Sitz in Deutschland, einen angeschlossenen Vertrieb, rührt die Werbetrommel,… Wenn alles gut läuft und er auch weiter Bock auf neue Releases mit uns hat, bin ich nicht böse wenn wir nicht wieder anfangen müssten uns ein neues Label zu suchen.

 

Damit ich jetzt nicht nur Fragen zur Musik stelle, das tun alle anderen auch. Was macht ihr neben “Reckless Manslaughter”? Also im privaten, Job, was auch immer, insofern ihr es erzählen wollt.

Dennis: Jetzt gerade liege ich z.B. nur faul im Garten – hahahaha. Ansonsten bereise ich gerne die verschiedensten Ecken dieser Welt (weshalb wir auch schon ein paar Konzertanfragen ablehnen mussten) um möglichst viele verschiedene Menschen, Kulturen und Gegenden kennenzulernen. Und ich höre, völlig überraschend, relativ gerne Musik.

Leimy: Ich bin Systemadministrator bei einer Behörde und schreibe nebenbei noch ein wenig für das Printmagazin “Deaf Forever”, wenn es meine Zeit zulässt. Ansonsten reise ich für coole Death Metal-Konzerte oder Festivals auch schon mal um die halbe Welt und investiere jeden Cent und jede Minute Freizeit irgendwie in Death Metal 😉

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):

Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Dennis: Salatkopf

Leimy: Ich bin karnivor durch und durch. Von daher ganz klar: Fuß vom Schwein, am besten nach 8 Stunden im Smoker, hahahaha.

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Dennis: Als Besucher: Kneipengig. Als Musiker: Das große Festival, einfach um es mal erlebt zu haben. Aber auch da sind die Kneipengigs völlig in Ordnung!

Leimy: Ganz klar Kneipengig. Ich fühle mich auf Großveranstaltungen grundsätzlich immer eher unwohl.

 

Metal only oder hört ihr privat auch Anderes?

Dennis: 95% dürfte Metal sein. Hin und wieder auch etwas Blues oder sowas wie Björk.

Leimy: 100% Metal und davon 95% Death Metal 😉

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Dennis: Jack

Leimy: Weder noch, ich bin reiner Biertrinker 😉

 

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Dennis und Leimy unisono:  1!

 

Die Bühne gehört jetzt euch und ihr dürft los werden was ihr wollt und ich noch nicht gefragt habe.

Leimy: Wir werden unser Bestes geben nicht wieder sechs Jahre ins Land ziehen zu lassen für ein weiteres Album. Außerdem werden wir zum Ende des Jahres noch ein Vinyl-Release von „Caverns Of Perdition“ nachlegen. Haltet einfach unsere Homepage www.recklessmanslaughter.com im Auge. Danke an alle, die uns bislang supportet haben, ihr seid die Geilsten!

 

Ich sage mal sehr herzliches Dankeschön für eure Zeit, macht weiter wie bisher (nur mehr davon 😛 ) und ich hoffe, die Fragen waren nicht allzu Merkwürdig, die üblichen Standardfragen soll doch jemand anderes Stellen.

Leimy: Vielen Dank für dieses coole und erfrischend andere Interview!

 

 

Links zur Band:

   

 

 

 

 

Call of Charon

 

 

Auch wenn es euch schon seit 2007 gibt, gibt es doch einige die euch noch nicht kennen, stellt ihr euch denen mal kurz selbst vor?

Patrick: Hi Ingo, also wir sind Call of Charon aus Duisburg und stilistisch im Death Metal / Deathcore Bereich anzusiedeln. Die Band gibt es bereits seit 2007, jedoch haben wir gerade erst unser Debütalbum aufgenommen. Ich bin der Patrick und übernehme bei uns den Gesang. Außer mir gibt es noch Arthur und Tobi an den Gitarren und Christoph an den Drums. Einen festen Bassisten haben wir derzeit nicht, auf Liveshows hilft uns unsere Freundin Michelle aber momentan aus.

 

Veröffentlichungen sind ja bei euch etwas rar (eine EP 2007, 2 Split und eine Single 2017), trotz 12 Jahren Bandbestehen. Zwischen der 2008 erschienen Split “Unholy Alliance” zusammen mit “For Those Unseen” und der 2015er Split “The Takeover” mit Mortal Hatred” klafft zudem noch eine gewaltige Lücke. Was habt ihr in der Zeit getrieben, seid ihr einfach faul was Songwriting angeht, denn Live wart ihr in der Zeit ja noch relativ aktiv? Und warum kommt erst 2019 das erste Album? 

Patrick: Da kann ich dir grundsätzlich erstmal nur Recht geben. Wir waren leider schon immer eine Band, die viele Besetzungswechsel mitgemacht hat – das zögert gewisse Dinge dann immer unnötig in die Länge. Als wir die Band gegründet haben, haben wir die ersten beiden Jahre direkt Vollgas gegeben: Veröffentlichung der ersten EP, kurz danach das erste Split Album und dutzende Konzerte – doch Ende 2008 hat sich die Band zerschlagen. Bis 2014 gab es keine neuen Veröffentlichungen und nur sehr sporadische live Auftritte. Das lag vor allem daran, dass sich das Line-Up diverse Male neu finden musste.

Kurz darauf haben sich drei Musiker der Anfangsbesetzung wieder zusammengerauft und die Band „Full Time“ zurück gebracht: Mit neuem Label, neuer Split und vor allem deutlich mehr Konzertterminen. Von da an ging es dann auch eigentlich so richtig los. Wir haben in den vergangen drei Jahren mehr als 70 Konzerte gespielt und unsere alten Songs neu abgemischt wiederveröffentlicht. Im Hintergrund haben wir fleißig Material für unser lang geplantes erstes Full-Lenght zusammengestellt. Ende 2017 haben wir dann den ersten neuen Track veröffentlicht und uns dann im vergangen Jahr im Tonstudio eingenistet um das Album aufzunehmen.

 

Was eure aktuelle Single “Antigone´s Farewell” (2017) angeht hab ich ein paar ganz große Fragezeichen über meinem Kopf schweben. Ich hab den Song ja jetzt (leider) nur auf Bandcamp angehört, über eure Bandseite dort und über die von “Kernkraftritter Records”. Jetzt aber die Fragen: War euer Basser Robin beim Einspielen des Songs überhaupt anwesend oder hat er vergessen seine Kabel in die richtigen Steckdosen zu stecken? Und warum ist der Sound generell so hoch, blechern und drucklos, vor allem bei den Drums? Außer dem Sound ist der Song klasse, aber der Ton macht für meinen Geschmack doch einiges kaputt. 

Patrick: Empfindest du den Sound tatsächlich als so schlecht? Ich mein, natürlich kann man die Single in keinster Weise mit den Albumaufnahmen vergleichen. Das Ganze war eher als Lebenszeichen bzw. Startschuss gedacht. Wir haben den Song zusammen mit einem Kumpel aufgenommen und waren mit dem Ergebnis aber durchaus zufrieden. Der wenig dominante Bass hat aber tatsächlich nichts damit zu tun, dass wir uns vor kurzem erst von Robin getrennt haben ;-).

Unser neues Album wurde von Zack Ohren gemixt und gemastert – da kann ich dir versprechen, dass zwischen all unseren bisherigen Veröffentlichungen und dem neuen Material wirklich Welten liegen. Zack hat seine talentierten Finger bereits bei “Machine Head” oder auch “All Shall Perish” und “Fallujah” im Spiel gehabt – das wird man auch bei unseren Songs merken. Versprochen!

 

Wenn ich mir so anschaue, wie viele Bands es momentan so auf dem Markt gibt und wie viele Alben monatlich den Markt regelrecht fluten hab ich manchmal den Eindruck, es gibt mindestens gleich viele Bands/Musiker wie Hörer. Wie seht ihr das? Wie soll man als Hörer da noch gescheit Filtern können, alles anhören oder gar kennen kann man gar nicht. Dadurch geht natürlich manchmal so manches eigentlich gute Album oder Band in der Masse unter.

Patrick: Das sehe ich sehr ähnlich. Es gibt bedeutend mehr Bands als noch vor 20 oder auch zehn Jahren. Ich denke, das liegt sicher auch daran, dass es heute einfacher ist Musik aktiv zu machen als noch vor einiger Zeit. Instrumente sind günstiger zu haben, Proben können aufgrund von leistungsstarker Software zuhause abgehalten werden und es findet ein viel besserer und schnellerer Austausch untereinander statt. Grundsätzlich finde ich das aber eine gute Sache. Sind wir doch mal ehrlich: Wirklich gute Bands setzen sich durch und werden ja auch noch von vielen Menschen gehört. Die reine Masse an Bands sorgt ja eigentlich nur für eine gewisse Auslese. Das tolle dabei ist, dass es heute so einfach ist, neue Bands zu entdecken und kennen zu lernen. Allerdings muss man sich darauf natürlich auch einlassen wollen. Ich kaufe beispielsweise auch nach wie vor noch „blind“ neue Alben.

 

Um aber nochmal auf euer kommendes Album zurück zu kommen, da habt ihr euch mit Zack Ohren ja jemanden an Land gezogen, der sein Handwerk an den Reglern extremst gut versteht. Könnt ihr schon was bezüglich Releasetermin, evtl. geplanter Tour oder Einzelgigs 2019 verraten?

Patrick: Leider nein. Das große Geheimnis wird aber bald gelüftet. Die gesamte Produktion hat sich zugegeben auch deutlich länger hingezogen als ursprünglich geplant. Unser Studioaufenthalt hat sich um gut zwei Monate verlängert, dann hat Zack länger als geplant für den Mix gebraucht, da er zwischenzeitlich mit “Machine Head” die neuen Studio Videos gemacht hat und zu guter Letzt haben wir uns auch bewusst etwas Zeit dabei gelassen abzuwägen, wer aus unserer Sicht denn der beste Partner ist, um das Album zu veröffentlichen. Wir haben immer gesagt: Wenn wir ein Album machen – dann richtig. Und das haben wir konsequent durchgezogen. Angefangen von wirklich absoluter Detailverliebtheit bei den Aufnahmen, über die Erstellung des Artworks bis hin zum Release an sich. Dafür können wir aber stolz und selbstbewusst sagen, das dass Album ganz genauso geworden ist, wie wir es uns von Anfang an gewünscht haben und auch genauso veröffentlicht werden wird!

 

Was treibt ihr neben der Band noch so, Nebenprojekte, Job, privat?

Patrick: Da sind wir eher unauffällig unterwegs. Wir sind alle berufstätig – in den völlig verschiedensten Bereichen – vom Sparkassenberater bis zum Vermessungstechniker. Wenn wir ausnahmsweise mal nicht mit der Band unterwegs sind, bekommen wir unsere Köpfe vor der Konsole, bei der Fotografie oder auch beim Zeichnen frei. Wir versuchen unseren Partnerinnen nebenbei noch die Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, die sie verdienen und bedanken uns an der Stelle ganz herzlich bei unseren Liebsten, dass sie so viel Verständnis für uns haben und das alles schon so lange mit uns mitmachen <3

 

Welche Bands haben euch denn so als Band aber auch privat am meisten beeinflusst?

Patrick: Die Frage ist gar nicht mal so leicht zu beantworten, da wir durchaus unterschiedliche Hörgewohnheiten haben. Es gibt aber natürlich schon ein paar Bands, bei denen wir alle eine ähnliche Begeisterung haben. Da fallen mir direkt “The Black Dahlia Murder”, “Thy Art is Murder” oder “Within Destruction” ein. Modern angehauchter Death Metal bzw. Deathcore ist schon ein Genre, auf das wir uns alle schnell einigen können. Vor allem die Älteren bei uns sind auch noch durch den klassischen Metalcore der Anfangszeiten geprägt, der ja auch immer gerne mal nach Schweden geschielt hat ;-).

 

Du (Patrick) und auch euer (Ex-)Basser Robin waren ja auch zwischenzeitlich bei “Bleeding Heaven” aktiv (wie man hier nachlesen kann). Hört sich für mich so an, als gab es da damals ein paar Probleme künstlerischer Art was die Ausrichtung der Band “Bleeding Heaven” angeht. Oder woran hat es gelegen, dass ihr wieder zurück zu “Call of Charon” gewechselt seid und “Bleeding Heaven” verlassen habt?

Patrick: Wir waren beide circa vier Jahre bei Bleeding Heaven und haben mit Marc, Andre und Heinz die Band quasi „aufgebaut“. Anfangs war die musikalische Ausrichtung schon noch sehr Deathcore lastig, das hat sich im Laufe der Jahre geändert, als mehr und mehr klassische Death Metal und auch Slam Einflüsse dazu gekommen sind. Als es Ende 2013 dann noch persönliche Differenzen untereinander gab, haben wir uns entscheiden, die Band zu verlassen. Das passierte alles in der Zeit, in welcher “Call of Charon” relativ inaktiv waren.

Mittlerweile besteht aber ein sehr gutes Verhältnis zwischen beiden Bands. Auf der zehnjährigen “Bleeding Heaven” Jubiläums-Show hatten die Jungs mich eingeladen, um einen alten Song mitzusingen, das war klasse. Wir planen für die nächste Zeit auch das erste Mal ein gemeinsames Konzert zu organisieren. Dafür wird es definitiv endlich mal Zeit!

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):
Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Patrick: Vegetarier gibt es bei uns nicht, aber ein Schweinsfuß muss es – zumindest bei mir – dann eher nicht sein. Ich nehme hier tatsächlich den Salat!

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Patrick: Da würden wir wohl das Festival bevorzugen, einfach weil wir uns auf einer großen Bühne besser austoben können. Meist sind die Abläufe bei Festivals auch professioneller und besser getaktet, dadurch kann man sich mehr auf die eigentliche Show konzentrieren.

 

Metal/XCore only oder hört ihr privat auch Anderes (Blasphemie!!!)? 

Patrick: Auf jeden Fall wird auch viel Anderes gehört. Vor allem Rap & HipHop findet eigentlich bei jedem von uns regelmäßig seinen Weg in die persönlichen Playlisten.

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Patrick: Die meisten von uns würden da wohl den Jack bevorzugen ;-).

 

Live zu spielen ist für uns,
1. einfach geil und machen wir so oft es geht
2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
4. Stress pur

Patrick: Eine fette EINS! Das ist der Hauptgrund warum wir das alles machen.

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen. 

Patrick: Wir haben uns in den letzten Monaten weit aus dem Fenster gelehnt und lange und immer wieder unser Album angekündigt bzw. gehyped. Habt noch etwas Geduld, es wird sich wirklich lohnen. Das Album ist fertig, das Drumherum wie Artwork und Videos ebenfalls – wir warten nur noch auf den Startschuss unserer neuen Plattenfirma, das wir das Biest endlich von der Leine lassen können!

Kommt gerne auf unseren Konzerten im Sommer vorbei, wir teilen uns die Bühne mit starken Bands und spielen sicher den Ein oder Anderen neuen Song ;-).

Zum Schluss bedanke ich mich auf jeden Fall noch einmal bei dir für das Interview, die Fragen waren wirklich mal etwas Anderes und haben Spass gemacht.

 

Lineup:

Tobias Finkl – Guitars
Patrick Kluge – Vocals
Arthur Solich – Guitar
Christoph Knobloch – Drums

 

 

Links zur Band: