Bloodjob

 

 

So, da euch sicher in den letzten knapp 6 Jahren Inaktivität einige vom Radar verloren haben, stellt euch doch mal selbst vor.

Markus: Hi, wir sind BLOODJOB aus dem grauen Gießen und spielen Death Metal. Unsere aktuelle Besetzung besteht aus Sascha (Vocals), Karol (Bass), Olli (Gitarre) und mir, Markus (Gitarre und Hintergrundgeschreie). Uns gibt es bereits seit 2007, daher auch der noch etwas pubertäre, aber supereingängige Bandname. Anfangs war das noch sehr stumpfer Old School Death Metal. Wir haben ein paar Jahre gebraucht bis wir unseren Stil gefunden haben und dann 2010 und 2012 unsere ersten Demos rausgehauen. Inaktiv waren wir in der Zwischenzeit zwar nicht, aber wir haben einige Besetzungswechsel hinter uns, weshalb sich das Release von unserem ersten Album etwas verzögert hat. Stilistisch liegen wir irgendwo zwischen Brutal Death Metal/Deathgrind und 90er-Jahre Death Metal, wobei wir uns da nicht so viel Gedanken drüber machen und einfach die Musik spielen, auf die wir Bock haben.

 

Ihr hattet ja eine doch recht lange Pause zwischen 2013 und 2019. Wie kam es dazu? Und wieso wurde aus eurem “Comeback” 2016/2017 nichts, außer glaube ich 3 Gigs?

Markus: Nachdem wir unsere ersten beiden Demos aufgenommen hatten, lag unsere Priorität erst mal bei Liveauftritten. Wie bereits erwähnt hatten wir seitdem auch ein paar Besetzungswechsel, sind aber trotzdem noch ganz gut herum gekommen. Seit 2016 haben wir auf jeden Fall noch über ein Dutzend Gigs gespielt. Leider haben wir aktuell noch keinen festen Drummer in der Band, da unser alter Schlagzeuger Simon aus beruflichen Gründen nicht mehr genug Zeit gefunden hat. Nach einer Weile hatten wir aber erst mal die Schnauze voll von Stillstand und haben mit Julian (“Wreck”, “Into Coffin”, “Cloudbreaker”) das Album aufgenommen.

 

Ihr beschreibt euch ja selbst als “kompromisslosen Death Metal der alten Schule”. Kompromisslos und (Brutal) Death Metal kann man gelten lassen, wenn man Grindcorelastig gelten lässt. Nur die “alte Schule” finde ich irgendwie nicht so richtig, jedenfalls verstehe ich unter Old School Death Metal etwas anderes und ihr habt eigentlich dafür auch zu viele “Breeees” und “Weees” in den Vocals. Werbegag? Oder euch total egal?

Markus: Natürlich ein total egaler Werbegag. Nein, im Ernst, wir wollen uns selbst gar nicht in irgendeine Schublade stecken.  Aber nur Death Metal klingt ja auch etwas unspektakulär.  Im Vergleich zu irgendwelchen Brutal Slamming Deathcore Bands klingen wir aber schon recht Old School. Unsere musikalischen Einflüsse gehen aber auch über Death Metal hinaus. Grindcore hast du ja bereits erwähnt, aber Thrash und ein bisschen Black Metal stecken auch mit drin, wenn nicht sogar etwas Hardcore. Alles nur gut verpackt. Death Metal, der nur nach Death Metal klingt, finde ich meistens auch etwas langweilig. Dann höre ich mir meistens doch lieber die Originale an. Nebenbei, die “Breeees” und “Weees” passen meiner Meinung nach ganz gut zur Mucke.

 

Ihr kommt ja, wie auch ich, aus einer Ecke Deutschlands (Hessen, Gießen), die was Lokations im Metalbereich abgeht eigentlich fast schon “gestorben” genannt werden kann. Jedenfalls fallen mir außer dem Jokus in Gießen (eigentlich auch schon gestorben was härteren Metal angeht) und dem KFZ in Marburg eigentlich keine ein in eurer Ecke, in denen halbwegs regelmäßig was stattfinden würde. Selbst Richtung Kassel oder Frankfurt ist eigentlich eine große Leere. Ist es als Band nicht frustrierend, oder nehmt ihr notgedrungen auch längere Fahrten für Gigs in Kauf oder könnt/wollt gar nicht allzu viel live spielen?

Markus: Ja, hier in der Ecke kann es schon manchmal ziemlich tot sein. Das war aber auch unsere Motivation die Band zu gründen. Es gab damals auch schon ein paar härtere Bands in der Gegend, die selbst Konzerte veranstaltet haben, das war ziemlich cool und so läuft das eigentlich immer noch. Irgendwann gestaltet man die Szene halt einfach mit. Es gibt hier aber auch manchmal echt gute, wenn auch etwas kleinere Festivals und Konzerte. Das „Masters of the Unicorn Open Air“ kann ich zum Beispiel nur empfehlen. Oder mal schauen, was im Moshpit Flörsheim so spielt. Um deine Frage zu beantworten, längere Fahrten gehören einfach mit dazu. Gerade die Gigs, die wir in Thüringen oder in der Stuttgarter Ecke gespielt haben, sind uns gut in Erinnerung geblieben. Eigentlich wollen wir gern auch noch etwas rumkommen.

 

Eure aktuelle Scheibe “Sick Concept Humanity” (Review) ist vom Sound her eine echt starke Nummer und eine extreme Steigerung zu eurem alten Material. Wo habt ihr aufgenommen? Und bisher konnte ich die Scheibe nur auf Bandcamp und bei YouTube als Stream finden, kommt da noch was zum anfassen?

Markus: Haha, danke! Im Gegensatz zu unseren Demos sind wir aber diesmal nicht ins Studio gegangen, sondern haben das Album selbst aufgenommen. So konnten wir alles nach unseren Vorstellungen klingen lassen und uns dabei richtig schön Zeit lassen. Unsere Demos waren dagegen schon etwas herunter gerotzt, aber was soll’s. Unser ehemaliger Gitarrist Batzen hat mit seiner Band “Wreck” schon einige Erfahrungen mit DIY-Recording gesammelt und uns mit den Aufnahmen geholfen. Dass es nicht nach Proberaum klingt, ist Andre Skopko (“Existence Failed”) zu verdanken. Er hat das Album abgemischt und gemastert und einen super Job damit gemacht. Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Musik haben wir dann selbst zum Streaming (bzw. Download) zur Verfügung gestellt. Wir haben aber trotzdem auch ein paar CDs gepresst, da wir immer wieder danach gefragt werden und es auch ganz nett ist sich was ins (überfüllte) Regal stellen zu können. Die CDs gibt‘s in der Regel bei unseren Gigs zu erwerben (oder auch mal bei einer netten Anfrage über Fb).

 

Ich hoffe mal, dass ihr jetzt ein beständiges Lineup habt und auch LiveGigs und Merch (so am Rande, ich bevorzuge simple LogoShirts, dafür in guter Qualität :D) in der Planung sind, und ihr nicht wieder in der Versenkung verschwindet, dafür ist euer Zeug einfach zu Gut.

Markus: Das Lineup könnte noch etwas größer werden. Wir haben leider noch keinen festen Drummer gefunden. Ich hoffe das ändert sich bald (bei Interesse info@bloodjob oder bei Fb anschreiben). Daher ist es zurzeit noch recht übersichtlich mit den Gigs. Wir hatten aber auch gerade erst unsere Release-Party, bei der wir das Album live präsentiert haben. Da gab‘s dann auch neue Shirts mit dem Albumcover drauf. Das Logo-Shirt für den Arbeitsplatz haben wir natürlich auch im Angebot.

 

Was haltet ihr davon, dass es scheinbar Mode geworden ist, dass die Bands, gerade im (Brutal) Death Metal erst mal ihre Scheiben auf eigene Kosten einspielen und meistens auf Bandcamp und/oder Streamingdienst veröffentlichen (müssen), CD-Produktion ist immer noch recht teuer und risikoreich gegenüber Online, und erst dann die Labels einsteigen wenn die Sache schon läuft, bzw. gelaufen ist? Die Labels halten also schön ihr Risiko gering und für Bands steigt es.

Markus: Wir haben uns tatsächlich selbst dafür entschieden, das alles in die eigene Hand zu nehmen. Wir sind halt auch immer noch sehr Underground und haben zudem noch andere Verpflichtungen. Ein Risiko hat da auch irgendwie jeder. Es steckt schließlich auch oft ziemlich viel Arbeit drin, wenn man Musik macht oder ein Label betreibt. Aber klar, es wäre natürlich aber auch schön, wenn wir mit der Scheibe bei einem Label Interesse wecken, das die CD noch mal in einer größeren Auflage vertreiben und uns ein paar Gigs organisieren würde.

 

Welche Bands und/oder Alben haben euch privat und auch als “Bloodjob” eurer Meinung nach am meisten Beeinflusst?

Markus: Alles angefangen hat es, wie bei so vielen mit der “Reign in Blood“, dann kamen Scheiben wie  „Tomb of the Mutilated“, „None So Vile“, „Like an Everflowing Stream“, „Left Hand Path“, „Symphonies of Sickness“ und „World Downfall“ dazu. Ich schätze man hört auch heraus, dass wir vor allem von Bands wie “Suffocation”, “Dying Fetus”, “Napalm Death” und Konsorten stark beeinflusst wurden.

 

Quickies (Antwortet so kurz wie möglich):

Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Markus: Kopf von Salat, wir ernähren uns doch alle gesund (um den ganzen Bierkonsum auszugleichen).

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Markus: Für einen Kneipengig sind wir immer zu haben. Für das 20000+ Festival kann man uns aber auch gerne mal buchen.

Metal only oder hört ihr privat auch Anderes (Blasphemie!!!)?

Markus: Metal ist heutzutage ziemlich langweilig geworden, daher auch gerne mal Grind, Powerviolence, Hip Hop, Stoner-Rock, Punk, …

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Markus: Gerne auch mal in Kombination.

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Markus: Nummer eins, ganz klar.

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen.

Markus: Vielen Dank für das Interview und das Interesse am neuen Album. Unser Album gibt’s als Stream (und Download) bei Bandcamp sowie auf YouTube. Schaut am besten auch mal bei Facebook rein, da kündigen wir immer Neuigkeiten wie Gigs und so an, da kommt bestimmt demnächst wieder mehr. Wie bereits erwähnt, wir freuen uns immer, wenn wir irgendwo live spielen können (vom Kneipengig bis Festival ist alles erwünscht). In der Zwischenzeit werden wir an der nächsten Veröffentlichung arbeiten, damit es nicht wieder so lange dauert.

 

 

Ein Review zu “Sick Concept Humanity” findet ihr hier.

 

Links zur Band:

     

 

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