Carnal Decay

 

 

Dann mal Danke dafür, dass ihr trotz Tourvorbereitungen Zeit für meine komischen Fragen hier gefunden habt. Für diejenigen die euch nicht kennen sollten (schämt euch!), stellt euch doch mal kurz selbst vor.

Hi! Jepp is doch klar!

Wir sind eine Brutal Deathmetal/Hardcore-Kapelle aus der Schweiz, die Hälfte der Band kommt mittlerweile jedoch aus Deutschland. Schweizer Personal ist einfach viel zu teuer 😀

Wir haben 4 Alben auf dem Markt, “Carnal Pleasures” (2006, Fastbeast Records), “Chopping off the Head” (2008, Fastbeast Records), “On top of the Foodchain” (2011, Sevared Records), “You owe you pay” (2016, Rising Nemesis Records). Plus eine Split: “Grotesque First Action” (2006, Grotesque) und eine EP: “When Push comes to shove”, unser neustes Werk (2018, Split-Label Release; Rising Nemesis, Brutal Mind, Nice to eat you, UKEM, Fat Tub of Lard, Pathologically, Sevared Records).

Unsere Besetzung: Isa (Gitarre), Nasar (Bass), Basti (Drums), Kern (Vocals). Eine klassische Punkrock Besetzung.

 

Zwischen der 2011er “On Top of the Foodchain” und eurer 2016er Promo war ja bei euch relative Funkstille, wenn ich nichts verpasst habe. Wie kam es dazu und warum habt ihr euren Stil und Sound so extrem verändert in der Zwischenzeit (zum Vorteil meiner Meinung nach)? Seit 2002 relativ klar Brutal Death Metal/Grindcore, meiner Meinung nach dann ab 2016 eher Death Metal mit einer riesigen Portion Hardcore. Was ihr mit eurer EP “When Push Comes to Shove” (Killersong) sogar noch eindeutiger zeigt. Wollt ihr euren neuen Stil auch weiter beibehalten, oder ist das eher ein “Experiment”?

Kern: Wir waren eine Zeit lang recht ausgiebig auf Tour und haben immer wieder einzelne Shows gespielt, zu denen wir geflogen sind und gerne auch noch ein paar Tage (oder Wochen) als Ferien dran gehängt haben. Somit ist für die Reiserei immer viel Zeit drauf gegangen. Dazu kommt dann noch, dass wir einfach faul sind, haha! Den Spitznamen „Carnal Delay“ haben wir nicht von ungefähr.

Interessant deine Beobachtung betreffend dem Sound; wir hatten eigentlich schon immer ein paar Mosh-Parts mit drin, egal welche Scheibe man nimmt. Auf der „On top oft the Foodchain“ wars eigentlich auch schon sehr moshig.

Seit der 2016er „You owe you pay“ sind wir für die Aufnahmen, Mix und Mastering im “Kohlekeller Studio” gewesen, was dem ganzen Sound extrem gut getan hat. Es wurde alles etwas professioneller. Ausser der Band natürlich, haha.

 

Für Schweizer, denen man ja eigentlich eher etwas anderes nachsagt, seid ihr musikalisch und auch auf der Bühne ganz schön schnell Unterwegs. Entsprecht ihr neben der Musik eher dem schweizer Klischee, oder sind Schweizer generell anders als man denkt?

Kern: Warst du denn noch nie hier?! Du musst unbedingt einmal vorbeischauen, es ist alles gaaanz anders, als du denkst! (Wobei; wenn ich mir Isas Schokoladenkonsum anschaue, muss ich gewissen Klischees recht geben…)

 

Am 02.05.2019 beginnt ihr zusammen mit “Extermination Dismemberment” und “Korpse” die “Slamming Annihilation 2019”-EuropaTour. Wahrscheinlich dürft ihr nicht verraten welche Bands die 1-2 angekündigten, aber noch nicht bekanntgegebenen Plätze für lokale Kapellen füllen?

Kern: Das wissen wir ehrlich gesagt gar nicht aber ich habe hier ein paar FB Events, die dir noch weitere Details verraten können:

TOUR DATES:

02.05 – AUSTRIA, VIENNA @ VIPER ROOM

03.05 – AUSTRIA, SALZBURG @ ROCKHOUSE

04.05 – HUNGARY, BUDAPEST @ ROBOT

05.05 – GERMANY, LEIPZIG @ NAUMANNS

06.05 – GERMANY, OBERHAUSEN @ HELVETE

07.05 – NETHERLANDS, THE HAGUE @ MUSICON

09.05 – BELGIUM, ROESELARE @ DE VERLICHT GEEST

10.05 – FRANCE, NANTES @ LA SCENE MICHELET

11.05 – FRANCE, PARIS @ GIBUS

12.05 – SWITZERLAND, BERN @ REITSCHULE

 

Seit 2002 seid ihr die einzige mir bekannte (Brutal) Death Metal /Grindcore Band mit Mädel an der Gitarre. Werdet ihr bestimmt auch oft genug drauf angesprochen, aber wieso denkt ihr, gibt es so wenige Mädels an dieser Position? Bass oder Vocals ist und war ja durchaus häufiger der Fall. Am Interesse für diese Art von Musik, denke ich, liegt es auch eher weniger, jedenfalls empfinde ich den weiblichen Anteil der Besucher bei Konzerten doch als erstaunlich hoch (25-50%, geschätzt) und Videos von guten Gitarristinnen gibt es auf YouTube ja auch zu Hauf. Hat der Rest der Band(s) Angst vor Zicken?

Kern: Zum Glück ist ja nicht jede Frau eine Zicke, so wie auch nicht jeder Mann ein Macho ist. Zusätzlich kennen wir einige Bands mit einer Frau an der Gitarre, von “Anachronism” (CH) über “Slamentation” (CH/GER) bis zu “Harlequin” (USA)…

 

Ihr seid ja jetzt auch schon eine eigentlich enorm langen Zeit aktiv (2002), wie steht ihr zu den doch merklichen Veränderungen die gerade das Internet auf die Musikszene hat? Eigentlich kann jeder der will eine “Scheibe” online veröffentlichen ganz ohne Label, geringem finanziellem Risiko und Streaming- und/oder Downloaddienste gibt es dafür auch mittlerweile mehr als genügend. Findet dadurch nicht eine Übersättigung statt, durch die schiere Masse an Veröffentlichungen, alleine im Bereich Death Metal – Grindcore – Deathcore sind 30 neue Alben pro Woche nicht wirklich selten, andere Stile kommen dann ja im gesamten Metal-Bereich noch hinzu. Da stelle ich mir vor, dass es auch auf die Bands einen “Präsents-Druck” erzeugt, denn wenn man mal kurz aus der Wahrnehmung der Hörer verschwindet, stehen bereits zig andere Bands bereit.

Kern: Wenn wir ein Album machen, lassen wir uns einfach die Zeit, die wir brauchen. Faulheit hilft da enorm.
Für uns selbst ist das Internet ein cooles Tool, man kann kostenfrei und jederzeit Werbung machen. Platz hat es ja für vieles, für Hypes und auch längerfristig Interessantes. Toll, dass es so viel Auswahl gibt und sich jeder das herausnehmen kann, was ihm passt.

 

Ein Vorteil des Ganzen, besteht natürlich darin, dass man nicht mehr ganz so Lokal gebunden ist, auch was die Member angeht. Beispiel liefert ihr ja selbst mit eurem neuen Drummer Basti, welcher ja nördlich der Alpen sein Unwesen treibt. Wie gestalten sich Proben, Songwriting und “Bandleben” durch die Entfernung? Termine für Auftritte, werden dadurch sicher auch nicht einfacher.

Kern: Ja, die Distanz ist natürlich ein Thema. Dadurch haben wir nicht mehr wie früher zwei mal pro Woche Probe. Jetzt übt jeder/jede alleine zu Hause und wir treffen uns alle paar Wochen für ein Probe-Weekend. Unser Bassist Nasar wohnt ja nur eine halbe Stunde von Basti entfernt. Daher ist es bei uns eigentlich noch easy, mal fahren Nasar und Basti in die Schweiz, mal Isa und ich in die Nähe von Frankfurt.
Bei den Terminen für die Auftritte ist es eigentlich wie gehabt, wenn alle können und Bock haben wird geballert.

 

Wie sieht es bei euch mit Nebenprojekten aus? Und womit verdient man bei euch neben der Band seine Brötchen, und welchen Stellenwert hat die Band für euch zwischen Beruf und Privatleben?

Kern: Nasar spielt noch bei “Dead Fucking Sunday”, Basti trommelt auch bei “Candero” und “Bösedeath” und hat Projekte wie “Dimtrail” und “Kabal”.
Beruflich sind wir alle weit gestreut, Nasar führt sein Label Rising Nemesis Records, Isa ist Landschaftsgärtnerin/Gartenplanerin, Basti Sozialpädagoge und ich Tontechniker. Außer Basti sind wir alle selbstständig erwerbend, das heißt, wenn wir den Beruf zu sehr schleifen lassen gibt’s keine Wurst mehr aufs Brötchen. Andererseits sind wir so natürlich auch sehr flexibel. Ist alles in einem gesunden Gleichgewicht würde ich da mal sagen.

 

Quickies (Antworten so kurz wie möglich):

Fuß vom Schwein oder Kopf vom Salat?

Kern: Beides

 

50-Besucher-Kneipengig oder 20000+ Festival?

Kern: Kneipengig

 

Metal only oder hört ihr privat auch Anderes (Blasphemie!!!)?

Kern: Pure Blaspehmie! Nur Anderes

 

Jack (Destillat aus Gerstenmalz) oder Johnny (Räucherstäbchen aus Hanf)?

Kern: Beides und Anderes

 

Live zu spielen ist für uns,
  1. einfach geil und machen wir so oft es geht
  2. notwendiges Übel um nicht vergessen zu werden und Merch zu verkaufen
  3. gehört einfach dazu, macht aber nicht immer Spaß
  4. Stress pur

Kern: 1

 

Ich klinke mich hier jetzt aus und Überlasse euch die Bühne, damit ihr loswerden könnt was auch immer ihr los werden wollt, denn ihr habt ja bestimmt auch was zu sagen, was bisher nicht gefragt wurde, sei es von mir oder anderen. Ich sehe euch dann am 06.05.2019 in Oberhausen.

Kern: Vielen Dank für dein Interesse an Carnal Decay! Wir freuen uns auf die kommende Tour und unsere darauffolgenden Gigs, vielleicht sieht man sich ja mal.
Auf unserer Facebook-Seite sind alle aktuellen Infos zu Konzerten, Merch und mehr.

Für alle Festivalgänger: Wir spielen dieses Jahr aufm Summer Breeze!

See ya und kommt doch mal auf nen Jacky-Cola rum!

 

 

Links zur Band:

   

 

Links zum Label:

 

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